Halloween am Bodensee: Wo Legenden auf blutige Geschichte treffen
Der Bodensee ist zum beliebten Ziel für Halloween-Touren geworden – eine Mischung aus unheimlichen Legenden und realer Geschichte. Besucher können Orte wie den Frauenpfahl erkunden, ein Denkmal, das einst mit düsteren Geschichten über Bestrafungen in Verbindung gebracht wurde. Wer sich nach Einbruch der Dunkelheit auf den Weg macht, sollte warme Kleidung und eine Taschenlampe mitnehmen.
Die Region blickt auf eine dokumentierte Geschichte von Hinrichtungen zurück, doch manche Erzählungen – wie die vom Ertränken von Frauen in Säcken – wurden von Historikern längst widerlegt.
Der Frauenpfahl, ein hölzerner Pfahl in der Nähe von Konstanz, galt lange als Ort, an dem Frauen, die des Diebstahls oder Ehebruchs beschuldigt wurden, in Säcken ertränkt worden sein sollen – manchmal sogar zusammen mit Tieren. Doch lokale Aufzeichnungen aus dem 15. und 16. Jahrhundert belegen keine solchen Taten. Stattdessen führten die Hexenprozesse unter Bischof Heinrich IV. im Jahr 1464 zu etwa 60 Verbrennungen – von Ertränkungen in Säcken findet sich jedoch keine Spur.
Eine bestätigte Hinrichtung gab es am Frauenpfahl allerdings: Apollonia, eine wegen Diebstahls verurteilte Frau, wurde dort am 9. November 1532 hingerichtet. Eine andere Legende erzählt von einer Frau, die versucht haben soll, mit ihrem Baby über den Gnadensee zu schwimmen, ihr Kind dabei verlor und daraufhin zum Tode verurteilt wurde – bevor sie später begnadigt wurde.
Heute dient der Frauenpfahl als Mahnmal und ist ein zentraler Halt auf den Halloween-Touren am Bodensee. Besucher können zudem nahegelegene Sehenswürdigkeiten wie den Konstanzer Münster oder die Blumeninsel Mainau erkunden und so der gruseligen Saison eine historische Tiefe verleihen.
Die Halloween-Führungen am Bodensee verbinden Fakten und Mythen und locken Scharen von Besuchern an Orte wie den Frauenpfahl. Auch wenn sich manche Geschichten als unwahr herausgestellt haben, bietet die dokumentierte Vergangenheit der Region dennoch eine schaurig-schöne Kulisse. Die Veranstalter raten zu warmer Kleidung und einer Lichtquelle für das beste Erlebnis.






