Arla übernimmt DMK: Europas größte Molkereigenossenschaft entsteht trotz Kritik
Sami RöhrichtArla übernimmt DMK: Europas größte Molkereigenossenschaft entsteht trotz Kritik
Die Europäische Kommission hat die Übernahme der DMK durch Arla genehmigt und damit die größte Molkereigenossenschaft Europas geschaffen. Die Entscheidung folgt auf monatelange Prüfungen möglicher Wettbewerbsbedenken in der Branche.
Die fusionierte Gruppe wird die 7.000 Milcherzeuger von Arla in mehreren Ländern mit den 4.000 deutschen Landwirten der DMK vereinen. Durch die Übernahme entfällt der Wettbewerb zwischen Arla und DMK um die Milchlieferungen der Bauern – ein Schritt, der von einigen Branchenverbänden kritisiert wird. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft verurteilte die Genehmigung der Kommission als Schlag gegen den fairen Wettbewerb.
Auch der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter äußerte Skepsis und verwies auf mögliche Engpässe in der Verarbeitungskapazität. Der Deutsche Bauernverband zeigte sich hingegen optimistischer und bezeichnete die Fusion als positive Entwicklung für die Erzeuger.
Arlas bestehende Exportstrukturen könnten deutschen Milchbauern den Zugang zu neuen Märkten erleichtern. Dennoch bleiben Bedenken hinsichtlich der Preismacht: Da Landwirte weiterhin zu anderen Genossenschaften wechseln können, hat Arla kaum Anreize, die Milchpreise zu senken.
Die Wettbewerbshüter kamen zu dem Schluss, dass der Einzelhandel weiterhin über ausreichend konkurrierende Lieferanten für Handelsmarken-Milchprodukte verfügen wird. Diese Zusicherung ebnete den Weg für die Genehmigung des Deals. Die Fusion wird die europäische Milchbranche neu ordnen, indem sie eine Genossenschaft mit über 11.000 Landwirten schafft. Während einige Verbände vor nachlassendem Wettbewerb warnen, betonen andere die möglichen Exportvorteile.
Mit ihrer Entscheidung bestätigt die Kommission, dass der Deal keine größeren kartellrechtlichen Bedenken aufwirft. Nun rückt in den Fokus, wie sich die fusionierte Genossenschaft in den kommenden Jahren positionieren wird.






