250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Karl-Peter Möchlichen250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen detaillierten Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um männliche Gewalt in Deutschland zu bekämpfen. Zu der Gruppe gehören bekannte Persönlichkeiten wie die SPD-Vorsitzende Bärbel Bas und die Co-Vorsitzende der Grünen, Franziska Brantner. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, rechtliche Lücken zu schließen und den Schutz für Opfer zu stärken.
Die Allianz fordert grundlegende Änderungen bei der Behandlung von Sexualstraftaten im deutschen Recht. Eine zentrale Forderung ist die Einführung eines "Ja-heißt-Ja"-Modells, um die rechtlichen Maßstäbe in Sexualstrafverfahren klarer zu definieren. Zudem soll "Femizid" als eigenständiges Straftatbestand anerkannt werden, um härtere Strafen für geschlechtsspezifische Tötungen zu ermöglichen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf digitaler Gewalt. Der Plan sieht ein Verbot von "Nudify"-Apps vor, die mithilfe von KI ohne Einwilligung gefälschte Nacktbilder erzeugen. Zudem soll die nicht konsensuale, sexualisierte Erstellung von Deepfake-Inhalten unter Strafe gestellt werden. Ein neues Digital-Schutzgesetz würde Plattformen verpflichten, schädliches Material schneller zu löschen und bei der Identifizierung der Verantwortlichen zu helfen.
Kritiker monieren, dass der aktuelle Regierungsentwurf unzureichend ist. Das Gewaltenschutzgesetz von CDU/CSU und SPD setzt auf begrenzte Maßnahmen wie elektronische Fußfesseln für bestimmte Täter, statt auf ein bundesweites einheitliches System. Die Koalition verweist auf Defizite in der Ausbildung von Richtern und Polizisten sowie auf fehlende bundesweite Kriterien und zuverlässige Datenerfassung.
Der Zehn-Punkte-Plan skizziert klare rechtliche und digitale Reformen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Bei Umsetzung würde er strengere Zustimmungsregeln, neue Straftatbestände und eine schnellere Löschung von Online-Missbrauch einführen. Die Vorschläge stehen nun zur Debatte im Parlament, wo ihre Befürworter auf eine Aufnahme in künftige Gesetzgebung drängen.






