Sexismus-Debatte nach Schecks scharfer Literaturkritik in Druckfrisch entfacht
Branko JüttnerSexismus-Debatte nach Schecks scharfer Literaturkritik in Druckfrisch entfacht
Eine hitzige Debatte über Sexismus in der Literaturkritik ist entbrannt, nachdem Denis Scheck in der ARD-Sendung Druckfrisch mit scharfen Rezensionen für Aufsehen sorgte. Der Sender verteidigt die Show und betont, dass das Geschlecht der Autor:innen bei den Bewertungen keine Rolle spiele. Gleichzeitig melden sich Autorinnen und Kritiker:innen zu Wort, die eine herablassende Behandlung weiblicher Literatur anprangern.
Auslöser der Kontroverse war Schecks unnachgiebiger Kritikstil, mit dem er jüngst Bücher von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy hart attackierte. Seine Methode, missliebige Werke demonstrativ durch eine Rutsche in einen Mülleimer zu befördern, sorgt regelmäßig für Diskussionen. Passmann warf ihm vor, Werke von Frauen mit "Arroganz und Herablassung" zu rezensieren, während von Kürthy später in der Zeit erklärte, sie werde sich solche Kritik nicht länger gefallen lassen.
Die ARD reagierte mit der Aussage, dass Frauenfeindlichkeit in Druckfrisch keinen Platz habe, und bekräftigte ihr Engagement für Gleichberechtigung. Der Sender beharrt darauf, dass literarische Urteile allein das Werk in den Blick nehmen – nicht das Geschlecht der Autor:innen. In derselben Folge lobte Scheck vier Bücher von Autorinnen, während er drei kritisierte, und argumentierte, seine Kritik richte sich gegen die Texte, nicht gegen die Schreiberinnen oder deren Leser:innen.
Elke Heidenreich schürte die Kritik in einem eigenen Zeit-Essay weiter, in dem sie sowohl Schecks Vorgehen als auch die Rolle der ARD als Plattform dafür hinterfragte. Seitdem dreht sich die Debatte um die Frage, ob scharfe Kritik in Bias umschlägt, wenn sie sich gegen Autorinnen richtet.
Die ARD steht weiterhin hinter Druckfrisch und betont, dass literarische Qualität – nicht das Geschlecht – die Maßstäbe für die Rezensionen setze. Doch die Diskussion hat die Spannungen zwischen freier Kritik und dem Vorwurf ungerechter Behandlung offengelegt. Autorinnen wie Passmann und von Kürthy haben deutlich gemacht, dass sie herablassende Haltungen in der öffentlichen Literaturdebatte nicht länger hinnehmen werden.






