Mecklenburg-Vorpommerns Landwirte kämpfen um ihre Existenz durch EU-Kürzungen und Nitratregeln
Wibke WeitzelBackhaus: Ländliche Gebiete dürfen nicht vernachlässigt werden - Mecklenburg-Vorpommerns Landwirte kämpfen um ihre Existenz durch EU-Kürzungen und Nitratregeln
Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern sehen sich von zwei Seiten mit schweren finanziellen Bedrohungen konfrontiert. Aktuelle Gerichtsurteile sorgen für Unsicherheit bei den Nitratbelastungsregeln, während geplante Kürzungen der EU-Fördergelder der Region jährlich über 160 Millionen Euro entziehen könnten. Agrarminister Till Backhaus warnt vor dramatischen Folgen für mehr als 1.000 Betriebe, die bereits jetzt unter Druck stehen.
Die von der Europäischen Union geplanten Kürzungen zielen auf die Direktzahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), einem zentralen Förderinstrument für ländliche Regionen. Mecklenburg-Vorpommern müsste mit einer Halbierung der jährlichen Mittel rechnen – von 314 Millionen auf 151 Millionen Euro. Besonders betroffen wären größere Betriebe, da neue Obergrenzen und gestaffelte Kürzungen greifen.
Backhaus betonte, dass der Zeitpunkt besonders ungünstig sei. Angesichts globaler Krisen, die die Nahrungsmittelproduktion unter Druck setzten, sei eine starke Landwirtschaft wichtiger denn je. Gleichzeitig wehren sich andere Bundesländer wie Niedersachsen gegen die separaten Pläne der Bundesregierung, im Jahr 2026 weitere 150 Millionen Euro aus den Agrarhaushalten zu streichen.
Das Thema wird auf der anstehenden Agrarministerkonferenz (AMK) diskutiert, wo auch die Düngemittelverordnung auf der Tagesordnung steht. Landwirte kämpfen bereits mit rechtlicher Unsicherheit, nachdem aktuelle Urteile die Ausweisung nitratbelasteter Zonen verändert haben. Die kombinierte Wirkung aus Förderkürzungen und regulatorischen Änderungen droht viele Betriebe an den Rand des Ruins zu treiben.
Sollten die EU- und Bundeskürzungen wie geplant umgesetzt werden, geraten über 1.400 Höfe in Mecklenburg-Vorpommern in akute finanzielle Not. Die Einschnitte würden zudem die ländliche Entwicklungsförderung der EU insgesamt verringern und Landwirte in mehreren Ländern treffen. Die endgültigen Entscheidungen werden die landwirtschaftliche Zukunft der Region für Jahre prägen.






