Kölner Dom plant Eintrittsgeld – und löst damit landesweite Empörung aus
Branko JüttnerFormer Cathedral Architect Criticizes Planned Entrance Fee for Cologne Cathedral - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – und löst damit landesweite Empörung aus
Pläne, Besucher des Kölner Doms künftig ein Eintrittsgeld zu erheben, haben in Deutschland heftige Kritik ausgelöst. Die weltberühmte Kathedrale, die jährlich sechs Millionen Menschen anzieht, könnte die Gebühren in der zweiten Jahreshälfte 2026 einführen. Gegner des Vorhabens befürchten, dass damit der Zugang zu einem der bedeutendsten religiösen Wahrzeichen des Landes eingeschränkt würde.
Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, hat sich deutlich gegen die Pläne ausgesprochen. Sie bezeichnete das mögliche Eintrittsgeld als "sehr problematisch" und warnte, es könnte den Dom vor allem für wohlhabendere Touristen zugänglich machen. Für viele stehe Köln "fast synonym für den Dom", was die Idee einer kostenpflichtigen Besichtigung besonders brisant mache.
Der Kölner Dom, seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe, beherbergt die Reliquien der Heiligen Drei Könige und gilt als zentrales Symbol des katholischen Erbes. Schock-Werner betonte seine Bedeutung als "missionarisches Angebot der Kirche", das allen offenstehen solle. Zwar räumte sie steigende Instandhaltungskosten ein, doch dürften Eintrittsgelder den kulturellen und spirituellen Stellenwert des Bauwerks untergraben.
Die öffentliche Empörung über ähnliche Vorhaben an anderen deutschen Sehenswürdigkeiten hat in den vergangenen Jahren zugenommen. 2023 sammelte eine Petition gegen die Kölner Pläne über 100.000 Unterschriften. Auch die Debatten um das Lübecker Holstentor im Jahr 2024 stießen auf breite Ablehnung – viele fürchteten um die allgemeine Zugänglichkeit.
Während Befürworter argumentieren, die Gebühren könnten dringende Sanierungsarbeiten finanzieren, warnen Gegner vor einem Rückgang der Besucherzahlen. Schock-Werner gab zu bedenken, dass ein Eintrittsgeld den Charakter des Doms verändern könnte – weg von einem öffentlichen Ort hin zu einer kostenpflichtigen Attraktion.
Die genaue Höhe der Gebühr steht noch nicht fest, doch die Verantwortlichen planen, sie noch in diesem Jahr umzusetzen. Sollte der Beschluss fallen, wäre dies ein einschneidender Wandel für eine Stätte, die seit jeher als für alle offen gilt. Die Entscheidung könnte zudem Signalwirkung für ähnliche Diskussionen an anderen historischen Orten in Deutschland haben.