17 April 2026, 16:52

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein satirischer Protest gegen den Modekonzern

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, gelegen an Nr. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein satirischer Protest gegen den Modekonzern

Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – eine provokante Aktion gegen den Modekonzern. Die Entscheidung folgt auf eine lange Geschichte des Unternehmens, das mit Abmahnungen gegen kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen wegen der Verwendung des Wortes "BOSS" vorgeht.

Das Modeunternehmen Hugo Boss wurde 1924 gegründet und beschäftigt heute über 14.000 Mitarbeiter in 127 Ländern. Doch seine Vergangenheit ist belastet: Während des Zweiten Weltkriegs produzierte das Unternehmen SS-Uniformen für die Nazis unter Einsatz von Zwangsarbeit. 2011 entschuldigte sich die Marke öffentlich für das Leid, das in einer unter nationalsozialistischer Herrschaft betriebenen Fabrik verursacht wurde.

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In den letzten Jahren ging der Konzern zunehmend gegen kleinere Organisationen wegen Markenrechtsstreitigkeiten vor. Die Brauerei Boss Brewing aus Swansea gab Tausende für Anwaltskosten und ein Rebranding aus, nachdem sie eine Abmahnung erhalten hatte. Auch die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss sah sich mit juristischen Schritten konfrontiert, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

Lycett, der nun offiziell Hugo Boss heißt, wird in seiner Verbrauchersendung Got Your Back ein neues Produkt unter diesem Namen vorstellen. Im Gegensatz zum ursprünglichen Hugo Boss betont er, dass er keine Uniformen für die Nazis hergestellt habe.

Die Namensänderung des Komikers ist sowohl Protest als auch eine satirische Abrechnung mit der aggressiven juristischen Vorgehensweise des Konzerns gegen kleinere Akteure. Lycetts Umbenennung in Hugo Boss rückt die Geschichte und die Rechtsstreitigkeiten des Modelabels erneut in den Fokus. Der Schritt unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen dem Markenschutz großer Unternehmen und den Auswirkungen auf unabhängige Betriebe. Wie der Komiker seinen neuen Namen künftig nutzen wird, dürfte die Debatte weiter anheizen.

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