Hendrik Hering zieht Kandidatur als Lotto-Chef nach Kritik an Vetternwirtschaft zurück
Trudel RuppersbergerHendrik Hering zieht Kandidatur als Lotto-Chef nach Kritik an Vetternwirtschaft zurück
Hendrik Hering hat sich nur einen Tag nach seiner Nominierung von seiner geplanten Position als Co-Geschäftsführer der Lotto Rheinland-Pfalz zurückgezogen. Die Entscheidung fiel angesichts wachsender Kritik an politischer Vetternwirtschaft und Bedenken hinsichtlich des öffentlichen Vertrauens. Seine geplante Ernennung hatte bereits starken Widerstand von Abgeordneten und Steuerzahlerverbänden ausgelöst.
Die SPD hatte Hering und Christian Baldauf als gemeinsame Führungskräfte des Landeslotterieunternehmens vorgeschlagen. Hering, der im Mai 2026 als Präsident des Mainzer Landtages zurückgetreten war, sollte rund 200.000 Euro jährlich verdienen – ein Gehalt, das über dem des Ministerpräsidenten des Landes liegt.
Die Ankündigung stieß sofort auf scharfe Kritik. Oppositionspolitiker und der Bund der Steuerzahler verurteilten den Schritt als unnötig und eigennützig. Kritiker sahen darin einen klaren Fall von Postenschacherei, bei dem ein langjähriges Parteimitglied mit einer lukrativen Position belohnt werde.
Hering räumte ein, dass die Kontroverse das öffentliche Vertrauen in die Politik weiter beschädigen könnte. Er zog seine Kandidatur zurück und begründete dies damit, dass die Vermeidung einer weiteren politischen Entfremdung für ihn Priorität habe.
Mit Herings Rückzug endet eine kurze, aber hitzige Debatte über seine Ernennung. Die Affäre unterstreicht die anhaltenden Bedenken hinsichtlich Transparenz und Fairness bei politischen Personalentscheidungen. Das Lotterieunternehmen wird nun ohne ihn in der Führungsriege weitermachen.






