Elterngeld-Kürzungen drohen: Familienverbände schlagen Alarm wegen Sparplänen
Karl-Peter MöchlichenElterngeld-Kürzungen drohen: Familienverbände schlagen Alarm wegen Sparplänen
Elterngeld in Deutschland: Deutliche Kürzungen drohen im Rahmen von Sparmaßnahmen
Laut Medienberichten könnten die Leistungen für Elternzeit in Deutschland im Zuge umfassender Einsparungen deutlich gekürzt werden. Demnach erwägt Familienministerin Karin Prien (CDU) eine Streichung von rund 350 Millionen Euro. Der Schritt stößt bereits jetzt bei Politiker:innen und Familienverbänden auf scharfe Kritik.
Die ehemalige Familienministerin Franziska Giffey (SPD) warnte vor einer Kürzung des Elterngelds und bezeichnete die Zahlungen als „unverzichtbar für Familien und den Arbeitsmarkt“. Die Leistungen ermöglichten es Eltern, Beruf und Betreuung besser zu vereinbaren und erleichterten die Rückkehr in den Job, so Giffey. Gleichzeitig betonte sie, dass das seit 2007 unveränderte System reformiert werden müsse, um eine gerechtere Aufteilung der Elternzeit zwischen den Partnern zu fördern.
Britta Altenkamp, Vorsitzende des Zukunftsforum Familie (ZFF), verurteilte die Debatte über Kürzungen als ein „verheerendes Signal“ für Familien. Sie warf der Bundesregierung vor, frühere Zusagen zur Förderung einer partnerschaftlichen Care-Arbeit aufgegeben zu haben, und forderte stattdessen stärkere Anreize. Unterstützung erhielt Altenkamp von Wolfgang Kubicki, dem designierten Vorsitzenden der FDP, der sich ebenfalls gegen eine Reduzierung der Leistungen aussprach.
Die geplanten Kürzungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Geburtenrate in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 1946 gesunken ist. Kritiker:innen argumentieren, dass eine Schwächung des Elterngelds die Familienplanung weiter entmutigen und die demografischen Herausforderungen verschärfen könnte.
Die mögliche Streichung von 350 Millionen Euro bei den Elternzeit-Leistungen bleibt umstritten. Sollte sie umgesetzt werden, wäre es die erste größere Anpassung des Systems seit fast zwei Jahrzehnten. Die Entscheidung hätte Auswirkungen auf die Finanzlage von Familien und die langfristige Erwerbstätigkeit – insbesondere für Eltern, die nach der Elternzeit wieder in den Beruf einsteigen.






