23 April 2026, 14:51

«Bloodbook» feiert rauschhafte Premiere an Berlins Vaganten Bühne

Ein bunt illustrierter Zeitstrahl, der das Leben von Frauen von der Kindheit bis ins hohe Alter zeigt, mit fetter Schrift und detailreichen Elementen.

«Bloodbook» feiert rauschhafte Premiere an Berlins Vaganten Bühne

Premierenpublikum füllt Berlins Vaganten Bühne für Bloodbook – die Bühnenadaption von Kim de l'Horizons preisgekröntem Roman

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Ein ausverkauftes Publikum versammelte sich in Berlins Vaganten Bühne zur Uraufführung von Bloodbook, der Theaterfassung des gefeierten Romans der Schweizer Autor:in Kim de l'Horizon. Die Inszenierung verwandelt die zutiefst persönliche Geschichte in ein packendes Bühnenerlebnis. Über der Bühne leuchtet ein weißer Fransenvorhang im Schein flackernder, roter gotischer Buchstaben, die den Titel Bloodbook bilden.

Das Stück begleitet Kim, eine genderfluide Protagonist:in, die sich zwischen Identität, Scham und Selbstakzeptanz bewegt. Ihre Reise beginnt, als die Demenz der Großmutter sie zwingt, sich mit der Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Erst unter der Blutbuche – einst von ihrem Urgroßvater gepflanzt – fühlt sich Kim wirklich sicher.

Auf der Bühne bricht Kims Innenwelt in kühnen Bildern und Klängen hervor. Zerrissene beige Strumpfhosen hängen von der Decke, beschwert mit Sand und Bällen. Musik dröhnt, während Kim in einem Modenschau-artigen Auftritt durch weiße Spitzenkleider schreitet und starre Definitionen herausfordert. Die Rolle selbst wird von drei Schauspieler:innen verkörpert: Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger, die jeweils eine andere Facette von Kims fließender Identität einfangen.

Kims Körper entzieht sich binären Zuschreibungen, und die Geschichte weigert sich, einfache Antworten zu liefern. Stattdessen verwandelt sie Scham in etwas Rohes, Befreiendes. Der zugrundeliegende Roman schrieb 2022 Geschichte, als er sowohl den Deutschen Buchpreis als auch den Schweizer Buchpreis gewann – ein seltener Doppelsieg für ein Debüt.

Die Premiere markiert einen mutigen Schritt für queeres Erzähltheater im deutschsprachigen Raum. Mit der ausverkauften Vorstellung beweist Bloodbook, wie tief das Publikum Kims Kampf und Triumph berühren. Die Mischung aus Intimität und spektakulärer Inszenierung lässt keinen Zweifel an ihrer Wirkung.

Quelle