Berlins Schulen brauchen radikale Reformen für mehr Inklusion und Gerechtigkeit
Trudel RuppersbergerBerlins Schulen brauchen radikale Reformen für mehr Inklusion und Gerechtigkeit
Neue Kampagne fordert grundlegende Reformen für Berlins Schulen – inklusiver, gerechter, demokratischer
Die Initiative „Gute Schulen für alle“ – ein Bündnis aus Schüler:innen, Eltern und Lehrkräften – kämpft für tiefgreifende Veränderungen im Berliner Schulsystem, um mehr Inklusion, Chancengerechtigkeit und demokratische Teilhabe zu verwirklichen. Am Donnerstag wird das Bündnis seine Forderungen vorstellen. Die Argumentation: Das Vertrauen in die Demokratie schwindet – und Schulen müssen mithelfen, es bei jungen Menschen wieder zu stärken.
Jennifer Rosin, die Landesschülervertreterin Berlins, wird die Vorstellungen der Initiative leiten. Zu den Unterstützer:innen gehören der Landesschülerausschuss (LSA), der Landeselternausschuss sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Im Mittelpunkt ihrer Forderungen stehen drei zentrale Punkte: bessere Inklusion, faire Bildungschancen und eine Stärkung demokratischer Werte im Schulsystem.
Der LSA übt scharfe Kritik an den aktuellen Bedingungen: Psychische Belastungen, Krankheitsfälle und Einsamkeit unter Schüler:innen nähmen besorgniserregend zu. Diese Missstände seien inakzeptabel, heißt es – Schulen müssten dringend mehr Unterstützung anbieten. Als mögliche Lösung schlagen die Schülervertreter:innen vor, benotete Leistungen und standardisierte Tests zu reduzieren und durch alternative Leistungsnachweise zu ersetzen, um den schulischen Druck zu verringern.
Janine Schott von der Berliner Allianz für schulische Inklusion weist auf ein drängendes Problem hin: Rund 2.800 Kinder in der Stadt haben weiterhin keinen angemessenen Zugang zu Bildung. Das Bündnis fordert verbindliche Inklusionskonzepte und mehr Bildungsgerechtigkeit, um diese Lücke zu schließen. Jennifer Roßberg vom Landeselternausschuss unterstützt die Forderungen der Schüler:innen und betont die Notwendigkeit klarer Regeln und fairer Übergänge im Schulsystem.
Lydia Puschnerus, Lehrerin und Schulreferentin der GEW, warnt jedoch: Echte Veränderung gelinge nicht allein durch zusätzliche Mittel. Lehrkräfte bräuchten vor allem mehr Zeit und bessere Rahmenbedingungen, um qualitativ hochwertigen Unterricht zu gewährleisten. Die Vorschläge des Bündnisses umfassen eine konkrete Liste von Maßnahmen, um Schulen inklusiver, gerechter und demokratischer zu gestalten.
Die Forderungen der Kampagne werden am Donnerstag offiziell präsentiert. Sollten sie umgesetzt werden, könnten sie die Art und Weise, wie Berlins Schulen mit Inklusion, psychischer Gesundheit und Leistungsdruck umgehen, grundlegend verändern. Das Bündnis ist überzeugt: Diese Schritte seien notwendig, um das Vertrauen in die Demokratie zurückzugewinnen und allen Schüler:innen eine faire Bildung zu ermöglichen.






