Antifeministische Angriffe auf Gleichstellungsbeauftragte nehmen dramatisch zu
Sami RöhrichtAntifeministische Angriffe auf Gleichstellungsbeauftragte nehmen dramatisch zu
Antifeminismus breitet sich als organisierte politische Bewegung in Deutschland aus – gezielt gegen Frauen- und queere Rechte. Gleichstellungsbeauftragte sehen sich zunehmend feindseligen Angriffen ausgesetzt, viele berichten von persönlichen Attacken und Behinderungen ihrer Arbeit. Die Lage hat sich so zugespitzt, dass Behörden nun neue Bündnisse schmieden, um gegenzusteuern.
Das Problem verschärft sich seit zwei Jahren kontinuierlich. Allein 2024 verzeichnete die Meldestelle Antifeminismus 558 Vorfälle – im Schnitt etwa zehn pro Woche. Fast zwei Drittel der Gleichstellungsbeauftragten erlebten Angriffe auf ihre Arbeit, 40 Prozent waren sogar mehrfach betroffen.
Auf einem jüngsten Kongress in Lübeck trafen sich rund 70 Beauftragte unter dem Motto „Kurs halten in antifeministischen Gewässern“. Sie tauschten Widerstandsstrategien aus und betonten, wie dringend sie mehr Rückhalt aus den eigenen Verwaltungen brauchen. Eine Beauftragte aus Baden-Württemberg berichtete, dass rechtsextreme Aktivist:innen nach einem öffentlichen Statement vor ihrer Haustür aufgetaucht seien.
Gleichzeitig nimmt die Vandalenwelle gegen Symbole der Gleichstellung zu. Orange Bänke, die im Rahmen der UN-Kampagne „Orange the World“ gegen geschlechtsspezifische Gewalt aufgestellt wurden, werden immer wieder beschädigt. Über Angriffe auf diese Bänke wurde aus Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler berichtet.
Angesichts der wachsenden antifeministischen Vorfälle suchen Gleichstellungsbeauftragte nach neuen Wegen, um ihre Arbeit zu schützen. Mit zunehmender Vandalen- und Bedrohungslage setzen sie auf Solidarität in ihren Netzwerken. Die steigende Zahl der Angriffe deutet darauf hin, dass die Bewegung aggressiver wird – und sich immer besser organisiert.






