02 April 2026, 12:36

AfD nutzt Berliner Messerangriffe als Wahlkampf-Waffe – doch die Daten lügen oft

Ein schildförmiges Polizeibadgebnis mit "Polizei Berlin" in schwarzer Schrift, das ein weißes Stern auf einem blauen Hintergrund und einen weißen Rand hat und auf einer Oberfläche ruht.

AfD nutzt Berliner Messerangriffe als Wahlkampf-Waffe – doch die Daten lügen oft

Messattacken in Berlin sind vor den anstehenden Wahlen zu einem zentralen politischen Thema geworden. Die rechtspopulistische AfD hat ein Online-Tool gestartet, das polizeilich erfasste Vorfälle dokumentiert – mit der Begründung, dies erhöhe die Transparenz. Kritiker werfen der Partei hingegen vor, gezielt Ängste zu schüren und Migranten ohne belastbare Belege an den Pranger zu stellen.

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Laut Polizeistatistiken gab es 2024 in Berlin 3.412 Messerangriffe – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz der gestiegenen Fallzahlen liegen jedoch keine detaillierten Angaben dazu vor, wie viele Taten zu Anklagen oder Verurteilungen führten. Nur vereinzelte Fälle, wie die 13-jährige Haftstrafe für einen 20-jährigen Syrer nach einem Angriff am Holocaust-Mahnmal 2025, sind öffentlich dokumentiert.

Die AfD präsentiert mit ihrer neuen "Messer-App" eine interaktive Karte, die Tatorte, Verletzungen und Polizeieinsätze anzeigt. Parteichefin Kristin Brinker wirft der regierenden Koalition vor, Informationen über Gewaltverbrechen zu verschleiern. Zudem vergleicht die AfD Polizeiberichte mit offiziellen Kriminalstatistiken und verweist auf Widersprüche in den Daten.

Die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten: Die Linke verurteilte das Projekt scharf und argumentiert, es stelle pauschal einen Zusammenhang zwischen Kriminalität und Migration her und schüre damit Feindseligkeiten. Gleichzeitig nahm auch die Schusswaffenkriminalität dramatisch zu – 2025 verzeichnete die Polizei einen Anstieg um 68 Prozent bei Waffenstraftaten.

Berlin bleibt eines der wenigen Bundesländer, das bei Messerdelikten die Nationalität der Tatverdächtigen nicht veröffentlicht. Die AfD fordert, solche Daten – einschließlich der Herkunft – offen zu legen, um Druck auf die Koalitionsregierung auszuüben.

Mit ihrer Kampagne hat die AfD das Thema Messergewalt in den Mittelpunkt des Berliner Wahlkampfs gerückt. Während die Partei betont, ihr Tool diene der Transparenz, warnen Gegner vor einer Spaltung der Gesellschaft. Ohne umfassende Daten zu Ermittlungen und Verurteilungen bleibt das tatsächliche Ausmaß des Problems jedoch unklar.

Quelle