08 April 2026, 00:33

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Wie Denkmäler Erinnerung und Streit entfachen

Ein Holocaust-Denkmal steht in der Mitte einer Straße, umgeben von einem Metallzaun, umgeben von Gras, Bäumen, Häusern, einem Straßenpfahl und einem bewölkten Himmel.

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Wie Denkmäler Erinnerung und Streit entfachen

Zwei Statuen, zu unterschiedlichen Zeiten und an weit voneinander entfernten Orten errichtet, stehen als stumme Zeugen der Geschichte. Die eine in Brandenburg ehrt das Gedenken an Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs, während eine andere in Washington D.C. die Debatten über koloniale Erblasten neu entfachte. Beide zeigen, wie öffentliche Denkmäler das kollektive Gedächtnis prägen – und es mitunter spalten.

2018 wurde an einer ruhigen Landstraße in Brandenburg, nahe dem Eingang zum Gut Neuendorf im Sande, eine Statue aufgestellt. In Auftrag gegeben hatte sie der Bruder von Jutta Baumwol, einer Jüdin, die vom Gut aus nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde. Die Figur steht symbolisch für die Menschen, die dort in den frühen 1940er-Jahren zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Anwohner versammeln sich jedes Jahr am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Tag der Befreiung (8. Mai) an diesem Ort, um sicherzustellen, dass dieses Kapitel der Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Im Mai, zu Baumwols Geburtstag, kommen zusätzlich besonders viele Besucher.

Auf der anderen Seite des Atlantiks sorgte 2020 eine andere Statue für Schlagzeilen. Während die Black-Lives-Matter-Proteste die koloniale Vergangenheit Amerikas infrage stellten, ordnete der damalige US-Präsident Donald Trump die Aufstellung einer Christopher-Columbus-Statue in der Nähe des Weißen Hauses an. Auf der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building platziert, wurde sie zum Symbol des Widerstands gegen die Forderungen der Bewegung nach einer Aufarbeitung der Geschichte. Die Vereinigung Italian American Organizations United unterstützte die Entscheidung öffentlich und deutete sie als Verteidigung des kulturellen Erbes.

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Während die Brandenburg-Statue ein Akt des lokalen Gedenkens ist, unterstreicht das Columbus-Denkmal in Washington, wie umstritten Geschichte sein kann. Die eine bewahrt eine schmerzhafte Vergangenheit vor dem Vergessen, die andere behauptet ein umkämpftes Erbe angesichts wachsender Kritik.

Im Mai wird die Statue in Brandenburg wieder mehr Besucher anziehen, wenn an Baumwols Geburtstag erinnert wird. Das Columbus-Denkmal hingegen bleibt eine feste Präsenz vor dem Weißen Haus. Beide Monumente, so unterschiedlich ihre Zwecke auch sind, offenbaren, wie öffentliche Räume zu Bühnen des Gedächtnisses werden – und manchmal auch zu Schauplätzen von Konflikten. Ihre Geschichten schreiben sich mit jedem Jahr weiter fort.

Quelle