Zikaden-Plage bedroht Zuckerrüben und Kartoffeln – Landwirte in der Zwickmühle
Trudel RuppersbergerZikaden-Plage bedroht Zuckerrüben und Kartoffeln – Landwirte in der Zwickmühle
Deutsche Landwirte stehen unter wachsendem Druck durch die Zikade Hyalesthes obsoleta
Der Schädling, der gefährliche Pflanzenkrankheiten überträgt, entwickelt sich zunehmend zur Bedrohung für Zuckerrüben und Kartoffeln. Um die Ausbreitung einzudämmen, nehmen Notfallzulassungen für Neonikotinoide zu – doch dies entfacht eine Debatte über deren langfristige Folgen und Notwendigkeit.
Die Zikade schadet den Ernten, indem sie Krankheitserreger überträgt, die die Qualität von Zuckerrüben und Kartoffeln mindern. Landwirte setzen auf Neonikotinoide, um den Schädling zu bekämpfen, doch diese Pestizide gefährden gleichzeitig Bestäuberinsekten durch belasteten Pollen und Nektar. Die rasche Verbreitung des Insekts wird mit modernen Anbaumethoden in Verbindung gebracht, darunter große Monokulturen, enge Fruchtfolgen und ein hoher Stickstoffeinsatz.
Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), warnte kürzlich, dass ohne chemische Pflanzenschutzmittel oder Saatgutbehandlungen der Anbau grundlegender Nahrungsmittel in Deutschland langfristig infrage stehen könnte. Viele Erzeuger argumentieren, dass Pestizide unverzichtbar seien, um strenge Qualitätsstandards und enge Erntezeitpläne einzuhalten. Kritiker hingegen weisen darauf hin, dass dieselben Chemikalien ein Anbausystem stützen, das Schädlingsbefall erst begünstigt.
Die Diskussion um eine Reform der Pestizidregulierung ist damit neu entfacht – insbesondere, da Notfallgenehmigungen für Neonikotinoide häufiger werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Ernteschutz und Umweltrisiken in Einklang zu bringen sind, während die Auswirkungen der Zikade weiter zunehmen.
Da die Zikade die Landwirte zwingt, trotz der ökologischen Risiken auf Pestizide zurückzugreifen, laufen derzeit politische Verhandlungen über das Pflanzenschutzrecht. Im Fokus steht die Suche nach Lösungen, die die Nahrungsmittelproduktion sichern, ohne Bestäuber und Ökosysteme zu schädigen. Die Ergebnisse dieser Debatte werden prägen, wie Deutschland künftig mit Schädlingen umgeht.






