Willich verabschiedet Haushalt 2026 in Rekordzeit – doch das 25-Millionen-Defizit bleibt
Branko JüttnerWillich verabschiedet Haushalt 2026 in Rekordzeit – doch das 25-Millionen-Defizit bleibt
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt 2026 in Rekordzeit verabschiedet – alle Fraktionen stimmten für eine zügige Abstimmung. Die Sitzung dauerte weniger als zwei Stunden, da sich die Redner strikt an eine Fünf-Minuten-Begrenzung hielten. Doch der Haushalt offenbart ein Defizit von 25 Millionen Euro, das Fragen zur finanziellen Stabilität der Stadt aufwirft.
Der Haushaltsentwurf zeigt eine wachsende Abhängigkeit von Liquiditätskrediten, um die laufenden Kosten zu decken. Dennoch wurde der endgültige Plan einstimmig angenommen und tritt im Juli rechtlich in Kraft. Die Grünen unterstützten den Haushalt, warnten jedoch vor der prekären Finanzlage der Stadt und forderten unverzügliche Maßnahmen zur Bekämpfung des Defizits.
Eltern in Willich hatten zuvor geplante Änderungen bei den Kita-Gebühren kritisiert. Der Jugendhilfeausschuss lehnte die Einführung von Geschwistergebühren sowie eine höhere jährliche Kostenanpassung ab. Letztlich beschloss der Rat jedoch, die bisherige Regelung beizubehalten, wonach ermäßigte Geschwistergebühren in Kindergärten entfallen. Stattdessen wurde die jährliche Gebührenanpassung für Tagesbetreuungsangebote von zwei auf drei Prozent erhöht.
Die SPD stimmte dem Haushalt zu, betonte jedoch die Notwendigkeit einer Konsolidierung ohne zusätzliche Belastung für Familien. Sie legte detaillierte Einsparvorschläge vor, die sich auf nicht essenzielle Ausgaben und freiwillige Leistungen konzentrieren. Zwar begrüßte die SPD die Bauturbo-Initiative für bezahlbaren Wohnraum, lehnte jedoch die Streichung des Deutschlandticket-Zuschusses für anspruchsberechtigte Studierende ab.
Der Haushalt 2026 tritt nun im Juli mit einer Mischung aus Sparmaßnahmen und Gebührenanpassungen in Kraft. Familien müssen mit einer jährlichen Erhöhung der Betreuungskosten um drei Prozent rechnen, während die Ermäßigungen für Geschwister in Kindergärten unverändert bleiben. Gleichzeitig steht die Stadt vor anhaltenden finanziellen Herausforderungen – weitere Schritte zur langfristigen Stabilisierung werden gefordert.






