Wiener Festwochen 2024: Provokation, Kunst und ein BMW an der Hotelwand
Karl-Peter MöchlichenWiener Festwochen 2024: Provokation, Kunst und ein BMW an der Hotelwand
Die Wiener Festwochen präsentierten in diesem Jahr mutige und provokante Aufführungen. Künstler:innen aus verschiedenen Disziplinen zeigten Werke, die das Publikum mit eindringlichen Bildern und kraftvollen Themen herausforderten.
Brigitta Muntendorf eröffnete das Festival mit Der Tag davor, einer Inszenierung, die weithin als Manifest gegen Gewalt gelten kann. Auch Angélica Liddells Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben hinterließ mit seiner intensiven Auseinandersetzung mit Tod und Ritual einen starken Eindruck.
Florentina Holzingers Pfingstspiel sorgte für Aufsehen, als eine Performerin an der Fassade eines Hotels abseilte und einen BMW zähmte. Thorsten Lensings Dancing Idiots erntete breite Anerkennung, besonders für Ursina Lardis berührende Darstellung einer todkranken Frau. Susanne Kennedys Parsifal hingegen litt unter den überwältigenden digitalen Effekten von Markus Selg.
Milo Rau dominierte das Festival mit zwei großen Werken: Seine Republik der Götter lief fünf Wochen lang, während er seine neueste Produktion als das „größte Theaterstück aller Zeiten“ bezeichnete. Den Abschluss bildete am 21. Juni eine rauschende Feier, die Rau selbst ausrichtete. Nicht alle Inszenierungen überzeugten – die Adaption der Nibelungensage durch das Kollektiv Nesterval scheiterte an ihrem eigenen Anspruch. Patti Smith bereicherte das Programm zudem mit bemerkenswerten Auftritten.
Die Festwochen boten kühne und unvergessliche Produktionen, die künstlerische Grenzen ausloteten. Manche Werke triumphierten, andere strauchelten – doch alle trugen zu einem lebendigen und prägenden Kulturprogramm bei.






