Wie Berufspausen und Teilzeit die Rente um tausende Euro mindern können
Karl-Peter MöchlichenWie Berufspausen und Teilzeit die Rente um tausende Euro mindern können
Rentenkürzungen summieren sich über die Jahre – und kosten Rentner tausende Euro
Auch kurze Arbeitsunterbrechungen oder reduzierte Stunden wirken sich auf den ersten Blick harmlos aus, doch ihre Folgen addieren sich mit der Zeit. Ohne gezielte Planung können selbst kurze Berufspausen die spätere Rente spürbar schmälern.
Ein einziges Jahr unbezahlter Freistellung bei einem Bruttogehalt von 3.000 Euro mindert die monatliche Rente um etwa 30 Euro. Nach zwei Jahren verdoppelt sich der Verlust auf 60 Euro – und diese Kürzungen bleiben dauerhaft bestehen, da die Rentenpunkte auf Basis der Beiträge während der Erwerbsjahre berechnet werden.
Schon nach vier Wochen unbezahlter Abwesenheit stellen Arbeitgeber die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge ein. Diese Lücke wirkt sich direkt auf das Rentenkonto aus und muss später geschlossen werden. Freiwillige Rentennachzahlungen oder ein Arbeitszeitkonto können helfen, solche Phasen abzufedern – doch beides erfordert frühzeitige Weichenstellung.
Auch Teilzeitarbeit verringert die Rentenpunkte. Wer von 40 auf 30 Wochenstunden reduziert, verliert etwa 25 Prozent der jährlichen Punkte. Eine dauerhafte Halbierung der Arbeitszeit halbiert auch die angesammelten Punkte – im Rentenalter kann das bis zu 163 Euro monatlich weniger bedeuten.
Für Eltern gelten besondere Regelungen: Das Rentensystem anerkennt bis zu drei Jahre Kindererziehungszeit pro Kind, die jeweils einen Rentenpunkt wert sind – aktuell rund 40,79 Euro monatlich. Bei vor 1992 geborenen Kindern beträgt der Zuschlag 2,5 Punkte, ab 2027 steigt er auf drei Punkte. Allerdings werden diese Zeiten nicht automatisch gutgeschrieben, sondern müssen beantragt werden. Ein Elternteil mit einem vor 1992 geborenen Kind könnte bei voller Ausschöpfung der 2,5 Jahre monatlich 101,98 Euro mehr erhalten.
Über Jahrzehnte summieren sich nicht geltend gemachte Ansprüchen und Berufspausen zu erheblichen Renteneinbußen. Wer Sabbatjahre, Teilzeitarbeit oder Elternzeit plant, sollte diese Kürzungen früh einpreisen. Ohne Gegenmaßnahmen sind die finanziellen Folgen im Alter unvermeidbar.






