Warum immer mehr ehrenamtliche Bürgermeister ihr Amt aufgeben wollen
Wibke WeitzelWarum immer mehr ehrenamtliche Bürgermeister ihr Amt aufgeben wollen
Immer mehr ehrenamtliche Bürgermeister in Deutschland überdenken ihr Amt vor den Kommunalwahlen 2024. Achim Hallerbach, Landrat des Landkreises Neuwied, spricht von einer „Motivationskrise“ unter den Amtsinhabern.
Mehr als die Hälfte der ehrenamtlichen Bürgermeister denkt darüber nach, 2024 zurückzutreten. Über ein Drittel hat bereits beschlossen, nicht mehr zu kandidieren. Gleichzeitig ist jeder Vierte noch unentschlossen, ob er eine weitere Amtszeit anstrebt.
Hallerbach nannte mehrere Gründe für diesen Trend. Er verwies auf eine „innere Resignation“ als zentralen Faktor sowie auf die persönlichen Belastungen der Bürgermeister, darunter öffentliche Kritik und wenig Handlungsspielraum. Zudem argumentierte er, dass die Anforderungen an sie zunehmend unrealistisch und spezialisiert würden.
Darüber hinaus betonte er unzureichende finanzielle Mittel und eine wachsende bürokratische Last. Diese Herausforderungen hätten das Amt weniger attraktiv gemacht. Hallerbach unterstrich, dass Landes- und Bundespolitik stark von der Arbeit ehrenamtlicher Kommunalpolitiker abhängen.
Er forderte die zuständigen Behörden auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Motivation für das Amt wiederherstellen. Ohne solche Unterstützung könnte der Rückgang ehrenamtlicher Bürgermeister anhalten. Die Situation spiegelt die wachsenden Belastungen der kommunalen Selbstverwaltung in Deutschland wider.






