27 March 2026, 12:37

Verkehrsminister blockieren Zwei-Personen-Regel für Zugbegleiter trotz Gewaltvorfällen

Altes Buch mit dem Titel 'Reglamento de Conductor' mit einer Zugillustration auf dem Cover und einem Stempel auf der rechten Seite.

Verkehrsminister blockieren Zwei-Personen-Regel für Zugbegleiter trotz Gewaltvorfällen

Verkehrsministerkonferenz lehnt bundesweite Zwei-Personen-Regel für Zugbegleiter ab

Die Verkehrsministerkonferenz hat Forderungen nach einer bundesweiten Vorschrift abgelehnt, die vorschreibt, dass Züge mit mindestens zwei Mitarbeitenden besetzt sein müssen. Zwar begrüßten die Minister die jüngsten Sicherheitsmaßnahmen der Deutschen Bahn, betonten jedoch, dass Personalentscheidungen weiterhin regional getroffen werden sollten. Gewerkschaften fordern unterdessen strengere Regelungen, nachdem es kürzlich zu einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter gekommen war.

Die Deutsche Bahn hatte erst vor Kurzem Körperkameras für das Servicepersonal eingeführt und die Pflicht zur Vorlage des Ausweises für Fahrkartenkontrolleure abgeschafft. Diese Maßnahmen sollen die Sicherheit erhöhen, wie das Unternehmen einräumt – allerdings gehen sie mit zusätzlichen Kosten einher. Parallel dazu laufen weiterhin Diskussionen über eine verbesserte Überwachung an Bahnhöfen.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert seit Langem die Besetzung von Zügen mit mindestens zwei Mitarbeitenden und argumentiert, dass allein arbeitende Beschäftigte zunehmend Risiken ausgesetzt seien. EVG-Chef Martin Burkert kritisierte die Entscheidung der Minister scharf und warnte, dass die Gewalt gegen Beschäftigte im Kundenkontakt weiter zunehmen könnte. Seine Äußerungen folgen auf einen tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter, der die Forderungen nach besserem Schutz verschärft hat.

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Die Verkehrsminister setzen stattdessen auf flexible Personalplanung, die sich an den regionalen Bedürfnissen orientiert. Eine einheitliche Regelung lehnen sie ab und überlassen die Entscheidungen den einzelnen Bundesländern. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder plant, die Wirkung der bisherigen Maßnahmen bis Ende April zu evaluieren.

Bisher hat sich noch kein Bundesland klar für eine verbindliche Zwei-Personen-Besetzung ausgesprochen. Die Bundesregierung handelt im Rahmen des bestehenden Haushalts, was bedeutet, dass zusätzliche Mittel für Sicherheit sorgfältig geprüft werden müssten.

Die Ablehnung einer bundesweiten Zwei-Personen-Regel überlässt die Personalentscheidungen den regionalen Behörden. Die Sicherheitsaufrüstungen der Deutschen Bahn werden fortgesetzt, doch die Gewerkschaften bleiben besorgt über die Sicherheit der Beschäftigten. Schnieders Bewertung im April wird zeigen, ob weiteres Handeln erforderlich ist.

Quelle