Syrien-Gespräche in Berlin: Wird die Rückkehr der Flüchtlinge zur Pflicht?
Karl-Peter MöchlichenSyrien-Gespräche in Berlin: Wird die Rückkehr der Flüchtlinge zur Pflicht?
Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa besucht diese Woche Berlin zu hochrangigen Gesprächen. Im Mittelpunkt seines Treffens mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) steht die Rückkehr syrischer Flüchtlinge aus Deutschland. Die Gespräche finden vor dem Hintergrund statt, dass sich die Lage in Syrien teilweise verbessert hat – was Fragen nach der langfristigen Berechtigung von Asyl aufwirft.
Der CDU-Außenexperte Jürgen Hardt hat vor dem Besuch zentrale Punkte umrissen. Er betonte die Notwendigkeit inklusiver politischer Lösungen in Syrien sowie finanzielle Unterstützung für rückkehrwillige Flüchtlinge. Hardt argumentierte, viele syrische Flüchtlinge in Deutschland erfüllten mittlerweile nicht mehr die Kriterien für Asyl. Als Begründung verwies er auf die verbesserte Sicherheits- und Lebenssituation in Teilen Syriens, die eine Neubewertung ihres Status erfordere. Gleichzeitig räumte er ein, dass gut integrierte Personen mit Arbeitsplatz oder solche, die Fachkräftemangel ausgleichen, bleiben dürfen sollten.
Der CDU-Politiker forderte zudem, finanzielle Hilfen direkt an Rückkehrer zu zahlen – und nicht über staatliche Kanäle. Priorität sollten demnach diejenigen erhalten, die mit Integration kämpfen, keine Arbeit haben oder in Deutschland keine Perspektive sehen.
Bei den Gesprächen zwischen al-Scharaa und Merz erwartet Hardt, dass Deutschland auf eine breitere politische Teilhabe in Syrien drängen wird. Das Land sei multiethnisch und ohne eine dominierende Gruppe, weshalb Stabilität nur durch die Einbindung aller Gemeinschaften möglich sei. Ein weiteres Thema sei die regionale Sicherheit: Hardt unterstrich die Bedeutung friedlicher Beziehungen Syriens zu seinen Nachbarstaaten.
Thema der Gespräche wird auch sein, wie Deutschland den Wiederaufbau Syriens unterstützen kann, ohne dabei die faire Repräsentation der vielfältigen Bevölkerung aus den Augen zu verlieren.
Das Treffen zwischen al-Scharaa und Merz könnte die deutsche Haltung zur Frage syrischer Flüchtlinge prägen. Sollte sich die Lage in Syrien weiter bessern, könnte der Druck auf Rückkehrer steigen. Gleichzeitig werden finanzielle Hilfen und politische Reformen entscheidend sein, um denen, die zurückkehren, einen stabilen Übergang zu ermöglichen.






