12 March 2026, 04:50

Studie enthüllt jahrzehntelanges Vertuschen von Missbrauch im Erzbistum Paderborn

Eine Zeichnung der Kirche St. Nikolai in Dresden, Deutschland, mit einem Turm und einem Glockenturm sowie begleitendem Text.

Studie beleuchtet sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese Paderborn - Studie enthüllt jahrzehntelanges Vertuschen von Missbrauch im Erzbistum Paderborn

Eine neu veröffentlichte unabhängige Studie hat schwerwiegende Versäumnisse im Erzbistum Paderborn aufgedeckt. Über acht Jahrzehnte hinweg wurden Kardinäle der deutschen katholischen Kirche beschuldigt, Täter geschützt zu haben, während sie Opfer sexueller Gewalt vernachlässigten. Die Untersuchung umfasst den Zeitraum von 1941 bis 2022 und konzentriert sich auf zwei hochrangige Persönlichkeiten.

Die Studie beleuchtet die Amtszeiten der Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt in Paderborn. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass beide wiederholt Täter deckten und den Geschädigten kaum Beachtung schenkten. Ihre Handlungen ereigneten sich in einem der sieben deutschen Erzbistümer, das Teile von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen umfasst.

Das Erzbistum Paderborn zählt 1,3 Millionen Katholiken in Städten wie Minden, Siegen, Herne und Höxter. Die Veröffentlichung der Untersuchung war ursprünglich für einen früheren Zeitpunkt geplant, verzögerte sich jedoch aufgrund der COVID-19-Pandemie. Zusätzliches Quellenmaterial verlängerte den Zeitplan weiter, sodass die Veröffentlichung nun für 2026 vorgesehen ist.

In einer zweiten Phase wird nun der Zeitraum von 2002 bis 2022 unter Erzbischof Hans-Josef Becker untersucht. Bisher liegt keine offizielle Stellungnahme des Erzbistums Paderborn, der Universität Paderborn oder der deutschen katholischen Führung vor.

Die Ergebnisse unterstreichen systemische Versäumnisse bei der Aufarbeitung von Missbrauch im Erzbistum Paderborn. Die verzögerte Studie wird sich nun mit der jüngeren Amtsführung unter Erzbischof Becker befassen. Die vollständige Veröffentlichung ist für 2026 geplant und soll weitere Details zur Handhabung sexueller Gewalt durch die Kirche liefern.

Quelle