Streit um neue E-Auto-Förderung: Wer profitiert wirklich von der Milliardensubvention?
Wibke WeitzelStreit um neue E-Auto-Förderung: Wer profitiert wirklich von der Milliardensubvention?
Die neue Förderprämie der Bundesregierung für Elektroautos hat eine Debatte über ihre Wirkung ausgelöst. Während Umweltminister Carsten Schneider das Programm lobte, kritisieren Branchenvertreter, dass es den Umstieg auf Elektrofahrzeuge kaum beschleunigt habe. Die mit einem Budget von 3,5 Milliarden Euro ausgestattete Förderung sieht bis zu 6.000 Euro Zuschuss für Neuwagen vor, die seit Januar 2026 zugelassen werden.
Eine Umfrage des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zeigte, dass die meisten geförderten Fahrzeuge im Preissegment zwischen 20.000 und 30.000 Euro chinesische Modelle waren. Bei der Weller Group, einem großen Autohändlerverbund, verdoppelten sich die Verkäufe günstiger chinesischer E-Autos im Mai nahezu. ZDK-Präsident Burkhard Weller erklärte, das Programm habe vor allem bestehende Auftragsrückstände abgebaut, statt neue Nachfrage zu wecken.
Deutsche Hersteller sind im Segment zwischen 20.000 und 30.000 Euro noch nicht vertreten – Volkswagens ID.Polo kommt erst im September auf den Markt. Weller schlug vor, die Förderung auf Gebrauchtwagen auszuweiten und die Ladeinfrastruktur zu verbessern. Er forderte niedrigere Strompreise, mehr Ladestationen und transparente Tarife – etwa einen einheitlichen Preis an allen Säulen, ähnlich wie beim Mobilfunk-Roaming.
Bisher profitieren vor allem ausländische Hersteller, insbesondere chinesische Marken, von der Subvention. Wellers Vorschläge zielen darauf ab, Elektroautos erschwinglicher und das Laden einfacher zu machen. Die Regierung hat sich zu seinen Ideen bisher noch nicht geäußert.
