Sicherheitsgefühl in Großbritannien: Warum die Angst nachts in öffentlichen Räumen wächst
Karl-Peter MöchlichenSicherheitsgefühl in Großbritannien: Warum die Angst nachts in öffentlichen Räumen wächst
Die meisten Menschen im Vereinigten Königreich geben an, sich zu Hause und in ihrer Nachbarschaft sicher zu fühlen. Dennoch nehmen die Sorgen vor Kriminalität an bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten zu – insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit. Neue Erkenntnisse zeigen, dass das Sicherheitsgefühl je nach Alter, Geschlecht und Wohnort variiert.
Über 90 Prozent der Befragten fühlen sich in den eigenen vier Wänden und in ihrer unmittelbaren Umgebung sicher. Doch dieses Vertrauen schwindet, wenn sie sich nachts allein in schlecht beleuchteten oder fast menschenleeren öffentlichen Räumen aufhalten. Die Angst vor Straftaten ist unter diesen Bedingungen am größten – selbst wenn die tatsächliche Kriminalitätsrate dort niedrig ist.
Einige Orte, wie etwa Bahnhöfe, vereinen sowohl eine hohe Angst vor Kriminalität als auch tatsächlich erhöhte Fallzahlen. 2024 ereigneten sich fast drei von zehn Gewaltverbrechen in öffentlichen Bereichen. Allerdings decken sich viele sogenannte "Angsträume" – Orte, an denen sich Menschen unsicher fühlen – nicht immer mit den tatsächlichen Kriminalitätsschwerpunkten.
Kriminalität selbst bleibt in Städten häufiger als auf dem Land. Junge Männer tauchen besonders oft in der Kriminalstatistik auf, wobei Faktoren wie Gewalt in der Kindheit und der Einfluss des sozialen Umfelds eine Rolle für ihr Verhalten spielen.
Zwar fühlt sich die Mehrheit in vertrauter Umgebung sicher, doch lösen öffentliche Räume nachts weiterhin Unbehagen aus. Die Diskrepanz zwischen wahrgenommener Gefahr und tatsächlicher Kriminalität unterstreicht die Komplexität der Sicherheitsbedenken. Die Behörden könnten sowohl die räumlichen Gegebenheiten als auch die öffentliche Wahrnehmung angehen müssen, um das Vertrauen in diese Bereiche zu stärken.






