Sexismus-Vorwürfe gegen Druckfrisch: Warum Denis Schecks Kritik an Autorinnen polarisiert
Karl-Peter MöchlichenSexismus-Vorwürfe gegen Druckfrisch: Warum Denis Schecks Kritik an Autorinnen polarisiert
Die ARD-Literatursendung Druckfrisch steht wegen Vorwürfen des Sexismus in ihren Buchbesprechungen in der Kritik. Im Mittelpunkt der Debatte steht Moderator Denis Scheck, dessen scharfe Abwertungen von Werken weiblicher Autorinnen auf Widerstand stoßen. Sowohl Schriftstellerinnen als auch Kommentatorinnen haben sich mittlerweile gegen seine Vorgehensweise ausgesprochen.
Auslöser der Kontroverse waren Schecks harte Kritik an Büchern von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy in der Sendung. Seine Rezensionen, die oft damit enden, dass die besprochenen Bücher durch eine Rutsche "entsorgt" werden, nannte Passmann arrogant und herablassend – und warf ihm Sexismus vor. Von Kürthy reagierte später in der Zeit und erklärte, sie werde sich eine solche Behandlung nicht länger gefallen lassen.
Auch Elke Heidenreich meldete sich zu Wort und kritisierte in einem eigenen Zeit-Essay sowohl Schecks Rezensionsstil als auch die Rolle des ARD, der dies ermöglicht. Der Sender verteidigte die Sendung und betonte, das Geschlecht spiele bei den literarischen Bewertungen keine Rolle, während man sich gleichzeitig zu Gleichberechtigung bekenne. Scheck selbst argumentierte, seine Kritik richte sich gegen die Werke, nicht gegen ihre Autorinnen.
Die ARD räumte später ein, dass Frauen wesentliche Beiträge zur Literatur leisteten, und stellte klar, dass Frauenfeindlichkeit in Druckfrisch keinen Platz habe. Zudem verwies der Sender darauf, dass Scheck in der jüngsten Folge mehr Bücher von Autorinnen gelobt als kritisiert habe.
Die Debatte setzt die ARD unter Druck, sich mit den Bedenken auseinanderzusetzen, wie in der Sendung mit Schriftstellerinnen umgegangen wird. Zwar hält der Sender an seiner Position zur Gleichberechtigung fest, doch die Kritik von Autorinnen und Kommentatorinnen deutet darauf hin, dass das Thema weiterhin im Fokus bleiben wird. Schecks Rezensionsmethode – einschließlich der symbolischen "Entsorgung" von Büchern – löst nach wie vor Diskussionen über Fairness in der Literaturkritik aus.






