16 March 2026, 10:32

Rückgang der Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt zeigt schwächelnden Arbeitsmarkt

Ein detaillierter Stadtplan von Karlsruhe, Deutschland aus dem Jahr 1900, mit Text und umfassender Stadtaufteilung.

Anzahl der Pendler in Sachsen-Anhalt leicht gesunken - Rückgang der Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt zeigt schwächelnden Arbeitsmarkt

Weniger Pendler aus Sachsen-Anhalt arbeiten über die Landesgrenzen hinweg

Neue Zahlen zeigen einen leichten Rückgang bei Ein- und Auspendlern in Sachsen-Anhalt. Der Trend spiegelt eine abgeschwächte Arbeitsmarktentwicklung wider, wie Arbeitsmarktexperten bestätigen.

Stand Juni 2025 pendelt noch etwa jeder fünfte Erwerbstätige des Landes für die Arbeit in ein anderes Bundesland. Doch im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Zahlen leicht verändert.

Rund 148.000 Beschäftigte aus Sachsen-Anhalt arbeiteten Mitte 2025 in anderen Bundesländern – das sind etwa 600 weniger als im Jahr zuvor. Die häufigsten Ziele blieben Sachsen, Niedersachsen und Thüringen.

Die Mehrheit der Wegpendler waren Fachkräfte. Besonders stark betroffen von der Abwanderung waren die Branchen Fertigung, Einzelhandel, Fahrzeugreparatur, Logistik und Baugewerbe. Gleichzeitig sank auch die Zahl der Einpendler: Etwa 75.700 Menschen aus anderen Bundesländern waren in Sachsen-Anhalt beschäftigt – ein leichter Rückgang gegenüber den Vorjahren.

Die meisten Einpendler kamen aus dem Nachbarland Sachsen, gefolgt von Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg. Rund 5.400 Arbeitskräfte reisten zudem aus dem Ausland an, um in Sachsen-Anhalt zu arbeiten.

Angrenzende Bundesländer haben regionale Förderprogramme aufgelegt, um die grenzüberschreitende Beschäftigung zu stärken. Dazu zählen Steuererleichterungen für Unternehmen in Grenzregionen, ein ausgebauter ÖPNV sowie gemeinsame Wirtschaftsprojekte. Eine übergreifende Abstimmung der Pendlerströme bleibt jedoch begrenzt – die meisten Maßnahmen konzentrieren sich auf die Entwicklung der einzelnen Länder statt auf länderübergreifende Kooperationen.

Markus Behrens, Leiter der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, führte den Rückgang beim Pendeln auf eine verlangsamte Arbeitsmarktentwicklung zurück. Die schwächere wirtschaftliche Dynamik habe sowohl innerhalb als auch außerhalb des Landes die Beschäftigungsmöglichkeiten verringert, so Behrens.

Der leichte Rückgang beim grenzüberschreitenden Pendeln unterstreicht die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt Sachsen-Anhalts. Da weniger Menschen ein- und auspendeln, passen sich die Beschäftigungsmuster des Landes an. Während die Nachbarregionen weiterhin auf eigene Entwicklungsstrategien setzen, bleiben abgestimmte Lösungen für das Pendlermanagement rar.

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