Rheinmetall wächst mit Rekordauftragsbestand – doch die Aktie strauchelt nach schwachen Quartalszahlen
Karl-Peter MöchlichenRheinmetall wächst mit Rekordauftragsbestand – doch die Aktie strauchelt nach schwachen Quartalszahlen
Rheinmetall verzeichnet starkes Wachstum im Auftragsbestand – Aktie gibt nach enttäuschenden Quartalszahlen nach
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall meldet einen deutlichen Anstieg seines Auftragsbestands um 31 % auf 73 Milliarden Euro. Das Unternehmen kündigte zudem Pläne an, die Produktion von Lenkwaffen auszubauen und seine Werftenaktivitäten zu erweitern. Die Finanzzahlen für das erste Quartal blieben jedoch hinter den Markterwartungen zurück, was zu einem Kursrückgang der Aktie führte.
Im ersten Quartal stieg der Umsatz von Rheinmetall auf 1,94 Milliarden Euro – ein Plus von 8 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis kletterte um 17 % auf 224 Millionen Euro. Trotz des Wachstums verfehlten beide Kennziffern die Prognosen der Analysten um jeweils 330 Millionen Euro bzw. 38 Millionen Euro. Nach Bekanntgabe der Zahlen gab die Aktie um über 2 % nach.
Langfristig setzt das Unternehmen weiter auf Expansion. Rheinmetall hat ein vorläufiges Angebot für die German Naval Yards Kiel abgegeben und prüft eine Teilübernahme der rumänischen Werft Mangalia. Diese Schritte würden die maritimen Kapazitäten stärken, die nun Teil des Rekordauftragsbestands sind.
In der Lenkwaffenproduktion treibt Rheinmetall mehrere Partnerschaften voran. Gemeinsam mit dem niederländischen Partner Destinus soll die Produktion von Marschflugkörpern aufgenommen werden, voraussichtlich ab Ende 2026 oder Anfang 2027. Die Gespräche mit Lockheed Martin über deutsche Produktionsstätten für Lenkwaffen verlaufen laut Vorstandsvorsitzendem Armin Papperger langsamer als erwartet. Gleichzeitig laufen weiterhin Verhandlungen mit Raytheon über zusätzliche Kooperationen in diesem Bereich.
Zudem erschließt sich das Unternehmen neue Märkte. Verhandlungen mit mehreren Ländern im Nahen Osten könnten 2025 zur Lieferung von bis zu zehn Luftabwehrsystemen führen. Rheinmetall hat seine Finanzziele für 2026 bestätigt und peilt einen Umsatz von 14 bis 14,5 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von rund 19 % an.
Die jüngsten Zahlen zeigen ein stetiges Wachstum bei Umsatz und Ertrag, wenn auch unter den Erwartungen des Marktes. Rheinmetall verfolgt weiterhin strategische Übernahmen und Partnerschaften, um seine Verteidigungsfähigkeiten auszubauen. Mit einem Rekordauftragsbestand und klaren finanziellen Zielen bleiben die langfristigen Ambitionen des Konzerns unverändert.






