Rheinland-Pfalz vor historischer Wahl: Droht der SPD nach 35 Jahren das Aus?
Karl-Peter MöchlichenRheinland-Pfalz vor historischer Wahl: Droht der SPD nach 35 Jahren das Aus?
Rheinland-Pfalz wählt am Sonntag – und die SPD könnte nach 35 Jahren die Macht verlieren
Am kommenden Sonntag findet in Rheinland-Pfalz eine Landtagswahl statt, die das Ende der 35-jährigen Vorherrschaft der Sozialdemokraten einläuten könnte. Gleichzeitig droht die Freie Demokratische Partei (FDP) weiter in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen. Analysten erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem die ländlichen Regionen eine entscheidende Rolle spielen werden.
Die SPD regiert das Land seit 1989, doch ihre Position wirkt zunehmend wackelig. Der amtierende Ministerpräsident Alexander Schweitzer, den der ehemalige FDP-Vorsitzende Volker Wissing einst als "stark" bezeichnete, sieht sich harter Konkurrenz gegenüber. Wissing selbst, ein Anwalt aus Landau, wirft seiner alten Partei vor, liberale Werte verraten und ihre Wählerbasis geschwächt zu haben.
Die Krise der FDP ist offenkundig. Nach dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde in Baden-Württemberg rasierte Generalsekretärin Nicole Büttner sich aus Protest den Kopf. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte kürzlich, die Partei sei "von der politischen Bühne Deutschlands verschwunden". In Rheinland-Pfalz schafft es die FDP in Umfragen kaum noch in die Wahrnehmung – ihr einziges Ziel ist es nun, überhaupt noch beachtet zu werden.
Die Grünen hingegen kämpfen um Aufmerksamkeit. Spitzenkandidatin Katrin Eder setzt in ihrem Wahlkampf auf Umweltpolitik, doch die Partei bleibt im Schatten. Der CDU-Kandidat Gordon Schnieder wirbt unterdessen leise um enttäuschte FDP-Wähler und hält sich an die Tradition des respektvollen politischen Diskurses im Land. Der frühere Ministerpräsident Kurt Beck prägte mit seinem Motto "Nah am Bürger" den Ton der Kampagne – besonders in den ländlichen Wahlkreisen.
Die Wahl am Sonntag wird zeigen, ob die lange Ära der SPD weitergeht oder ob sich eine neue Machtverteilung abzeichnet. Für die FDP könnte das Ergebnis einen weiteren Schritt im Niedergang bedeuten. Gleichzeitig wird sich erweisen, wie sehr die Wähler auf dem Land noch an der Tradition einer sachlichen und zivilen politischen Auseinandersetzung hängen.






