Rentenreform 2025: Höheres Eintrittsalter und weniger Leistungen für alle
Sami RöhrichtRentenreform 2025: Höheres Eintrittsalter und weniger Leistungen für alle
Die Rentenkommission der Bundesregierung hat weitreichende Reformen des Rentensystems vorgeschlagen. Die Pläne sehen eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters sowie den Wegfall einiger langjähriger Leistungen vor. Betroffen wären alle Bürger des Landes, die künftig länger arbeiten müssten – besonders hart trifft es dabei Menschen ohne Hochschulabschluss.
Aktuell gilt in Deutschland für alle Arbeitnehmer dasselbe Renteneintrittsalter, unabhängig von Beruf oder Bildungshintergrund. Wer nach 1964 geboren wurde, kann mit 67 Jahren in Rente gehen – egal, wie viele Jahre er oder sie in die Rentenkasse eingezahlt hat. Akademiker, die in der Regel mehr verdienen und eine höhere Lebenserwartung haben, profitieren dadurch über mehr Jahre von höheren Rentenbezügen.
Die Kommission schlägt nun vor, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Bis 2041 soll es schrittweise auf 67,5 Jahre steigen, bis 2051 dann auf 68 Jahre. Gleichzeitig lehnt sie eine direkte Verknüpfung des Renteneintritts mit den Beitragsjahren ab.
Ein zentraler Punkt der Reform ist die Abschaffung der Möglichkeit, nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente zu gehen. Bundeskanzler Friedrich Merz argumentiert, dass Spätstarter im Berufsleben deutlich weniger gearbeitet hätten als jene, die mit 16 Jahren begonnen und 45 Jahre durchgehend eingezahlt hätten. Nach den neuen Regeln hätten vor allem Beschäftigte in körperlich anstrengenden Berufen Schwierigkeiten, das höhere Renteneintrittsalter zu erreichen. Sie müssten eine individuelle Gesundheitsprüfung durchlaufen, um vorzeitig in den Ruhestand gehen zu können.
Die Reformen bedeuten, dass alle Deutschen nach Inkrafttreten der Änderungen länger arbeiten müssen. Besonders betroffen wären Beschäftigte in handwerklichen oder prekären Jobs. Zudem entfällt künftig die Möglichkeit, nach 45 Beitragsjahren vorzeitig und ohne Abzüge in Rente zu gehen.
