18 June 2026, 18:18

Regierung scheitert beim Jugendschutz – 87 Prozent fordern dringend Reformen

Verbraucherbericht: Hubig fordert mehr Jugendschutz im Internet

Regierung scheitert beim Jugendschutz – 87 Prozent fordern dringend Reformen

Eine neue Umfrage offenbart weit verbreitete Unzufriedenheit mit den Bemühungen der Regierung, junge Menschen zu schützen. Mehr als acht von zehn Befragten sind der Meinung, dass Politiker versagen, wenn es darum geht, Minderjährige in finanziellen Angelegenheiten abzusichern – etwa vor Überschuldung. Die Ergebnisse unterstreichen eine wachsende öffentliche Sorge um den Jugendschutz in zahlreichen Bereichen.

Die von der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage zeigt, dass 87 Prozent der Menschen die Maßnahmen der Regierung zum Schutz von Minderjährigen in sozialen Medien und bei Online-Spielen als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ bewerten. Fast drei Viertel (74 Prozent) sehen zudem Handlungsbedarf bei stärkeren Verbraucherschutzregeln für Minderjährige im Bereich Ernährung. Eine deutliche Mehrheit (79 Prozent) im Verbraucherreport 2026 fordert, dass Politiker mehr unternehmen müssen – selbst wenn dies strengere Vorschriften für Unternehmen und Plattformen erfordert.

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat diese Bedenken aufgegriffen. Sie erklärte, die bestehenden Regelungen zum Schutz von Minderjährigen im Internet und bei Videospielen seien unzureichend. Hubig betonte zudem, dass milliardenschwere Plattformen mit manipulativen Algorithmen nicht niedrigere Standards erfüllen dürften als lokale Kneipen oder Imbisse, wenn es um Jugendschutz gehe. Die Mehrheit der Deutschen teile die Ansicht, dass mehr getan werden müsse, um Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt zu schützen, so die Ministerin.

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Die Expertenkommission für Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt werde in Kürze ihre Ergebnisse vorlegen, kündigte Hubig an.

Die Umfrage unterstreicht den starken öffentlichen Wunsch nach besseren Jugendschutzmaßnahmen. Strengere Regulierungen für Online-Plattformen sowie stärkere Schutzmechanismen in den Bereichen Finanzen und Ernährung scheinen dabei Priorität zu haben. Der anstehende Bericht der Expertenkommission könnte weitere Handlungsempfehlungen liefern, um diese Defizite zu beheben.

Quelle