16 April 2026, 00:35

RAW-Gelände in Berlin: Kultort zwischen Protesten und drohender Schließung

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude auf dem Boden während einer Demonstration in Berlin, einige tragen Masken und sind von verstreuten Taschen und Bäumen umgeben unter einem klaren blauen Himmel.

RAW-Gelände in Berlin: Kultort zwischen Protesten und drohender Schließung

Ungewisse Zukunft für Berlins Kultort RAW-Gelände: Clubbetreiber und Grundstückseigentümer im Streit um Neubebauung

Das legendäre RAW-Gelände in Berlin steht vor einer ungewissen Zukunft, da sich Clubbetreiber und die Eigentümerfamilie über Pläne zur Neubebauung des Areals uneins sind. Bei einer Protest-Demo mit Rave-Charakter an diesem Samstag wird die Erhaltung des Geländes gefordert – unterstützt von lokalen Parteien wie SPD, Grünen und der Linken. Die Familie Kurth, der das Gelände gehört, treibt unterdessen trotz rechtlicher Hürden den Bau von Wohnungen voran.

Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Entscheidung der Kurth-Gruppe, die Betriebserlaubnisse für zentrale Locations wie den Club Crack Bellmer, die Bar Zum Schmutzigen Hobby, den Lokschuppen und die Cassiopeia zu entziehen. Die Clubs betreiben ihre Räumlichkeiten seitdem illegal, nachdem ihre kurzfristigen Mietverträge nicht verlängert wurden. Zudem ignoriert der Eigentümer ein bestehendes Bauverbot für Wohnprojekte und besteht auf die Errichtung von Wohnungen.

Die Kurth-Gruppe hat eine inoffizielle Frist bis Ende dieses Monats für eine Einigung gesetzt. Ein Entwurf für einen Kompromiss sieht vor, Clubs und Kulturstätten langfristig zu subventionierten Bedingungen zu erhalten – und zwar für mindestens 30 Jahre. Doch es gibt weiterhin Streit darüber, wie schnell aus diesem Entwurf ein verbindlicher Plan werden soll. Die Eigentümer kritisieren Verzögerungen bei den Verhandlungen.

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Die Clubbetreiber weigern sich jedoch, unter Zeitdruck ungünstige Vereinbarungen zu akzeptieren. Sie fordern eine dauerhafte Lösung, lehnen es aber ab, zu nachteiligen Konditionen gedrängt zu werden. Ihre Wut und ihre Ängste werden im Mittelpunkt der Samstagsdemonstration stehen, zu der Tausende erwartet werden, um gegen die Neubebauungspläne zu protestieren.

Seit 2015 gehört das RAW-Gelände der Familie Kurth. Während das Unternehmen Modernisierung betont, werfen Kritiker ihm vor, Berlins kulturelles Erbe zugunsten profitabler Wohnprojekte zu vernachlässigen. Der Protest am Wochenende wird zeigen, wie groß die öffentliche Unterstützung für den Erhalt des RAW-Geländes als Kulturstandort ist. Sollte bis zum gesetzten Ultimatum keine Einigung erzielt werden, droht den Clubs die endgültige Schließung. Die Entscheidung wird darüber bestimmen, ob Berlin einen zentralen Teil seines Nachtlebens bewahrt – oder ob an seiner Stelle Wohnblocks entstehen.

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