19 April 2026, 12:29

Psychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent

Eine große Gruppe von Menschen mit Masken geht auf einer von Bäumen gesäumten Straße mit Fahrrädern, protestierend in Berlin bei einem bewölktem Himmel.

Psychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent

Hunderte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten haben sich in Berlin versammelt, um gegen geplante Honorarkürzungen zu protestieren. Die um 4,5 Prozent reduzierten Sätze sollen ab dem 1. April in Kraft treten. Veranstalter und Redner – darunter Politiker der Grünen und der Linken – forderten eine Rücknahme der Entscheidung.

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Auf dem Höhepunkt der Demonstration zählte die Veranstaltung rund 1.000 Teilnehmer, offiziell wurden 500 registriert. Die Protestierenden hielten Schilder mit Parolen wie "4,5 % Kürzung = 100 % falsch berechnet" oder "Weniger Psychotherapie heute = höhere Kosten morgen". Das Aktionsbündnis Psychotherapie, das die Kundgebung organisierte, verlangte die sofortige Rückgängigmachung der Kürzungen.

Die Honorarkürzungen waren vom Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossen worden, einem Gremium, dem Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie unabhängige Mitglieder angehören. Die KBV lehnte die Entscheidung jedoch ab und kündigte an, rechtlich dagegen vorzugehen.

Das Bundesgesundheitsministerium unter Leitung von Ministerin Nina Warken (CDU) hat noch bis Mitte Mai Zeit, einzugreifen und die Kürzungen zu stoppen. Geschieht dies nicht, treten die niedrigeren Erstattungssätze wie geplant in Kraft.

Zu den Rednern auf der Kundgebung zählten Ricarda Lang (Grüne) und Heidi Reichinnek (Linke). Gemeinsam mit den Psychotherapeutinnen und -therapeuten kritisierten sie die finanzielle Belastung, die die Kürzungen für die psychotherapeutische Versorgung bedeuten würden.

Der Protest zeigte den deutlichen Widerstand gegen die 4,5-prozentige Honorarkürzung. Mit angekündigten Klagen und einer möglichen Intervention der Regierung bleibt der Ausgang ungewiss. Die endgültige Entscheidung wird zeigen, ob die Kürzungen wie geplant umgesetzt oder noch vor April gestoppt werden.

Quelle