Pharmakonzern setzt auf Kerendia – trotz Milliardenverlusten und Roundup-Risiken
Karl-Peter MöchlichenPharmakonzern setzt auf Kerendia – trotz Milliardenverlusten und Roundup-Risiken
Ein großer Pharmakonzern macht mit seinem Nierenmedikament Kerendia Fortschritte, sieht sich jedoch weiterhin mit rechtlichen und finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Die Aktie stieg nach positiven Studienergebnissen für eine erweiterte Anwendung des Wirkstoffs um 4,71 % auf 40,25 Euro.
Kerendia, das bereits für die Behandlung chronischer Nierenerkrankungen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes zugelassen ist, zeigt nun auch bei nicht-diabetischen Fällen vielversprechende Ergebnisse. Eine aktuelle klinische Studie erreichte ihr primäres Ziel, was den Weg für einen Antrag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA ebnet, um die Zulassung des Medikaments zu erweitern. Bei einer Genehmigung könnte sich der potenzielle Markt für Kerendia deutlich vergrößern.
Die anhaltenden Rechtsstreitigkeiten bleiben jedoch ein Risiko für Investoren. Der US-Supreme Court wird am 1. April 2026 mündliche Verhandlungen zu den Warnhinweisen des Unkrautvernichters Roundup führen; ein Urteil wird für Mitte Juni erwartet. Zudem wird eine gesonderte Regierungsverordnung, die die Versorgung mit dem Wirkstoff Glyphosat sichern soll, kritisch geprüft. Diese Entwicklungen fallen in eine Phase, in der das Unternehmen für das Jahr 2025 einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro verbuchte – vor allem aufgrund von Prozesskosten. Die Nettoverschuldung nähert sich damit der Marke von 30 Milliarden Euro.
Trotz der finanziellen Belastungen zeigt sich die Pharmasparte widerstandsfähig. Auf der Hauptversammlung am 1. April 2026 wird über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abgestimmt. Anleger verfolgen die anstehenden rechtlichen und regulatorischen Entscheidungen mit großer Aufmerksamkeit.
Die Aktie hat durch die Fortschritte bei Kerendia an Fahrt gewonnen, doch die rechtlichen Unsicherheiten rund um Roundup bleiben ein Risikofaktor. Mit einer geplanten FDA-Einreichung und dem bevorstehenden Supreme-Court-Urteil werden die kommenden Monate entscheidend sein. Die Ergebnisse dieser Verfahren werden sowohl das Marktpotenzial des Medikaments als auch die finanzielle Erholung des Unternehmens prägen.






