10 May 2026, 16:26

Pflegereform 2024: Höhere Kosten und längere Wartezeiten für Pflegebedürftige drohen

Alte Frau im Krankenhausbett liegend mit gefalteten Händen, geschlossenen Augen und Kopf darauf ruhend, umgeben von Menschen im Hintergrund.

Pflegereform 2024: Höhere Kosten und längere Wartezeiten für Pflegebedürftige drohen

Eine geplante Reform der deutschen Pflegeversicherung hat Sorgen über steigende Kosten und die Belastung von Familien ausgelöst. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wird Mitte Mai einen Entwurf vorlegen. Kritiker warnen, dass die Änderungen die finanziellen Belastungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen weiter verschärfen könnten.

Ein zentraler Vorschlag sieht vor, die Senkung der Eigenanteile an den Pflegekosten hinauszuzögern. Statt nach zwölf Monaten in einer Einrichtung die Beiträge zu reduzieren, soll dies künftig erst nach 18 Monaten geschehen. Zwar könnte dies kurzfristig die Ausgaben des Systems drosseln, doch es gefährdet das gestaffelte Entlastungsmodell.

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Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, lehnt jede Erhöhung der Zuzahlungen für Pflegeheimbewohner entschieden ab. Sie fordert zudem den Erhalt der familienweisen Mitversicherung, gestaffelte Beitragssätze sowie eine Rentenabsicherung für pflegende Angehörige. Gleichzeitig warnt sie vor möglichen Vermögensverschiebungen, bei denen Betroffene ihr Vermögen vor dem Pflegefall an Angehörige übertragen könnten.

Welskop-Deffaa betont die unverzichtbare Rolle von Familienangehörigen in der Pflege und mahnt mehr Unterstützung an. Die Reform müsse die Generationensolidarität stärken und dafür sorgen, dass die Beiträge für alle Altersgruppen gerecht bleiben. Ohne solche Sicherungen drohe die Bindung der Versicherten an das solidarische System zu bröckeln.

Ziel des Reformentwurfs ist es, die finanziellen Herausforderungen der Pflegeversicherung zu bewältigen. Doch die Verzögerung bei der Kostensenkung und mögliche neue Belastungen für Familien haben Alarm ausgelöst. Caritas und andere Verbände bestehen darauf, dass Änderungen pflegende Angehörige entlasten und faire Beitragsstrukturen erhalten müssen.

Quelle