Ölpreisschock befeuert Hoffnung auf Wasserstoff – doch die Branche kämpft mit Rückschlägen
Jacob FiebigÖlpreisschock befeuert Hoffnung auf Wasserstoff – doch die Branche kämpft mit Rückschlägen
Ölpreise steigen stark – Wasserstoff als saubere Alternative im Fokus
In den vergangenen sechs Monaten sind die Ölpreise stark angestiegen: Von rund 66 bis 73 US-Dollar pro Fass Ende Februar 2026 kletterten sie auf fast 120 Dollar, angetrieben durch Spannungen im Iran und eine Blockade in der Straße von Hormus. Der Preisschub hat das Interesse an Wasserstoff als umweltfreundlicher Alternative neu entfacht – ein potenzieller Schub für Unternehmen der Branche, trotz anhaltender Herausforderungen.
Doch während die Wasserstoffbranche insgesamt von der Entwicklung profitieren könnte, kämpfen Unternehmen wie Nel ASA und ITM Power mit gemischten Aussichten: Aktienkursschwankungen und operative Hürden trüben die kurzfristigen Perspektiven.
Die jüngste Volatilität auf den Ölmärkten trieb den Preis für Brent-Rohöl bis auf knapp 120 Dollar in die Höhe, bevor er am 16. März 2026 auf 101 Dollar zurückfiel. Analysten gehen davon aus, dass anhaltend hohe Preise die Industrie in Richtung Wasserstoff drängen könnten – vor allem, wenn die geopolitischen Spannungen bestehen bleiben. Eine vorläufige Entspannung der Konflikte könnte diesen Trend jedoch bremsen.
Nel ASA, ein norwegischer Wasserstoffspezialist, leidet unter schwacher Auftragslage und rückläufigen Umsätzen. Die Aktie notierte kürzlich nur knapp über dem Allzeittief von 0,17 Euro, doch eine kleine Gruppe von Investoren bleibt zuversichtlich. Am Freitag eröffnete das Papier in Stuttgart mit einem Plus von 2,5 Prozent bei 0,192 Euro.
Auch ITM Power, ein weiterer wichtiger Akteur, gab kürzlich die finale Investitionsentscheidung für ein Großprojekt bekannt. Dennoch steht das Unternehmen unter Druck, nachzuweisen, dass seine Technologie zuverlässige Ergebnisse liefert. In Bielefeld halten die lokalen Behörden trotz Rückschlägen an Wasserstoff fest – etwa bei Kritik an unzuverlässigen, wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeugen des städtischen Entsorgungsbetriebs.
Unterdessen verlor Bloom Energy 1,7 Prozent und fiel auf 154,51 US-Dollar, was eine längere Rallye beendete. Der Rückgang erfolgte trotz eines großen Brennstoffzellenauftrags von Oracle im vergangenen Jahr; weitere Deals lassen bisher auf sich warten. Zudem dämpfen Zweifel an Überinvestitionen in KI die allgemeine Marktstimmung und belasten das Anlegervertrauen in verschiedenen Energiesektoren.
Der aktuelle Ölpreisanstieg könnte für Wasserstoffunternehmen eine Rettungsleine sein – eine Chance, sich als tragfähige Alternative zu positionieren. Doch Unternehmen wie Nel ASA, ITM Power und Bloom Energy müssen operative und finanzielle Hindernisse überwinden, um davon zu profitieren. Ihr Erfolg hängt davon ab, ob die Nachfrage anhält und ob es gelingt, Projekte in zuverlässige, skalierbare Lösungen umzusetzen.