07 May 2026, 10:27

NRW-Polizei setzt auf digitale Ermittlungen mit OSINT-Offensive und neuen Spezialeinheiten

Polizeibeamte in Uniform stehen hinter Absperrungen und blicken auf eine Menge, von denen einige Kappen tragen und Waffen halten, während sie eine Anti-Terror-Operation in Wien, Österreich, durchführen.

NRW-Polizei setzt auf digitale Ermittlungen mit OSINT-Offensive und neuen Spezialeinheiten

Nordrhein-Westfalens Polizei baut Online-Ermittlungen massiv aus

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Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine große Offensive gestartet, um ihre Fähigkeiten zur digitalen Ermittlungsarbeit zu stärken. Die Sicherheitsbehörden des Landes setzen zunehmend auf Open Source Intelligence (OSINT), um öffentlich zugängliche digitale Informationen zu sammeln und auszuwerten. Zur Unterstützung dieser Bestrebungen wurden in der gesamten Region neue Schulungsprogramme und spezialisierte Einheiten eingerichtet.

Den Auftakt der Initiative bildete im September 2022 das Projekt „Digitale Streife“. Im Rahmen der Erweiterung wurden zehn neue Beamte beim Landeskriminalamt (LKA) eingestellt, zudem wurden fast 100 weitere Polizistinnen und Polizisten in sechs regionalen Behörden eingebunden. Diese Einheiten bringen nun OSINT-Expertise ein und bieten schnelle Unterstützung in Fällen des Staatsschutzes.

Am LKA Düsseldorf leitet der 42-jährige Fabian Coenen die Abteilung 22.2, die sich auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität spezialisiert hat. Sein Team ist von einst zwei Fachleuten auf 16 Mitarbeiter angewachsen – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Zu ihnen gehört auch Laura Ellrich, 28, die 2022 in den Staatsschutz wechselte.

Eine zentrale Rolle spielt die Ausbildung: Marc Restemeyer, 37, Dozent an der Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss, schult neue LKA-Mitarbeiter sowie Beamte der „Digitalen Streife“ in OSINT-Methoden. Die Kurse vermitteln, wie man Informationen aus sozialen Medien und anderen öffentlich zugänglichen Quellen sammelt und analysiert.

Die größte Einheit des „Digitalen Streife“-Netzwerks hat ihren Sitz in Köln unter der Leitung von Swen Schubert*. Sie umfasst 18 Stellen, davon 16 für die Fallarbeit. Diese sechs spezialisierten Teams sind nun Teil des bundesweiten Staatsschutzsystems und stärken die Fähigkeiten der Polizei, Online-Bedrohungen zu überwachen und darauf zu reagieren.

Der Ausbau der OSINT-Kapazitäten markiert einen bedeutenden Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei digitale Beweismittel sammelt und nutzt. Mit neuen Schulungsprogrammen, größeren Teams und spezialisierten Einheiten will die Behörde ihre Ermittlungen zu Straftaten mit Online-Bezug verbessern. Die Maßnahmen spiegeln die bundesweiten Bestrebungen wider, die Polizei an die wachsenden digitalen Herausforderungen anzupassen.

Quelle