10 March 2026, 08:27

Neuer Prozess im ungelösten Mordfall einer 13-Jährigen nach 30 Jahren

Ein Schwarz-Weiß-Bild eines Mannes in Anzug und Krawatte auf einer alten deutschen Zeitung vom 13. Juni 1914, mit dem Text "Die Woche" sichtbar.

Neuer Prozess für tote Mädchen in Güllegrube Mitte Mai - Neuer Prozess im ungelösten Mordfall einer 13-Jährigen nach 30 Jahren

Neuverhandlung im jahrzehntealten Fall einer getöteten 13-Jährigen auf einem abgelegenen Reiterhof in Unterfranken

Ein neuer Prozess im Fall einer 1993 ermordeten 13-jährigen Mädchen auf einem abgelegenen Reiterhof in Unterfranken soll vor dem Landgericht Würzburg beginnen. Der einzige angeklagte, der in einem früheren Verfahren verurteilt worden war, muss sich ab dem 18. Mai 2026 einer Neuverhandlung stellen. Die Verhandlungen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da der angeklagte zum Zeitpunkt der Tat noch minderjährig war.

Der Fall reicht bis in den späten Herbst 1993 zurück, als der Leichnam des Mädchens in einer Jauchegrube auf dem Hof entdeckt wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft dem angeklagten vor, das Opfer sexuell missbraucht und ermordet zu haben, bevor er ihre Leiche versteckte. Im ersten Prozess wurde er trotz seines Schweigens während des gesamten Verfahrens zu einer Jugendstrafe von sechseinhalb Jahren in einer Jugendstrafanstalt verurteilt.

Das Landgericht räumte in seinem Urteil ein, dass der genaue Tathergang nicht vollständig rekonstruiert werden konnte. Stattdessen stützte es sich auf Indizienbeweise, um die Verurteilung aufrechtzuerhalten. Die Verteidigung legte später Berufung ein und forderte einen Freispruch wegen mangelnder Beweise.

Die Neuverhandlung wird nun vor einer anderen Richterbank geführt. Insgesamt sind 26 Verhandlungstage bis Ende Oktober 2026 angesetzt. Der angeklagte, der sich nie zu den Vorwürfen geäußert hat, sieht sich erneut einer juristischen Prüfung in einem Fall gegenüber, der seit über 30 Jahren ungelöst bleibt.

Die Neuaufnahme des Verfahrens markiert ein weiteres Kapitel in einem langwierigen Rechtsstreit. Die Entscheidung des Gerichts wird darüber entscheiden, ob das ursprüngliche Urteil Bestand hat oder der Fall eingestellt wird. Die Verhandlungen bleiben aufgrund des Alters des angeklagten zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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