Neuer Biogas-Chef will Branche mit flexiblen Speichern revolutionieren
Karl-Peter MöchlichenNeuer Biogas-Chef will Branche mit flexiblen Speichern revolutionieren
Thomas Karle hat den Vorsitz des Fachverbandes Biogas übernommen. Sein Hauptziel ist es, die Branche angesichts politischer Unsicherheiten und der anhaltenden Energiekrise neu auszurichten. Sein Credo: Biogas muss sich vom klassischen Grundlastlieferanten zu einer flexiblen, hochwertigen Ressource wandeln.
Karle sieht seine größte Herausforderung darin, Biogas als zentralen Akteur der erneuerbaren Energien zu etablieren. Es soll – neben Wind- und Solarenergie – die dritte Säule eines "Erneuerbaren-Dreiecks" bilden. Seine Vision geht dabei über die reine Stromerzeugung hinaus: Biogas soll zu einem vielseitigen Rohstoff für Industrie, Verkehr und Wärmeversorgung werden.
Um dies zu erreichen, will er Biogasanlagen von der konstanten Stromproduktion hin zu flexiblen Speichersystemen umbauen. Das alte Modell starrer 15-Minuten-Betriebszyklen gehört damit der Vergangenheit an. Stattdessen müssen die Anlagen bedarfsgerecht arbeiten – Energie speichern, wenn das Angebot hoch ist, und abgeben, wenn sie benötigt wird.
Doch dieser Wandel wird nicht einfach. Karle betont, dass Betreiber und Landwirte ihre Denkweise ändern müssen. Strukturelle Anpassungen auf den Höfen sind nötig, ebenso wie ein neues Verständnis dafür, wie Biogas in den Energiemarkt passt. Der Verband hat bereits eine klare Botschaft formuliert: Biogas "liefert" – und das will man unter Beweis stellen.
Karle ist überzeugt, dass das künftige System mit den Strukturen der vergangenen zwei Jahrzehnte kaum noch vergleichbar sein wird. Sein Fokus liegt darauf, Biogas zu einem dynamischen, reagiblen Bestandteil der deutschen Energieinfrastruktur zu machen.
Nun steht der Fachverband Biogas vor der Aufgabe, Karles Pläne in die Tat umzusetzen. Gelingt dies, könnte Biogas zu einer verlässlichen, anpassungsfähigen Energiequelle für verschiedene Sektoren werden. Ob die Branche diese Herausforderung meistert, hängt davon ab, politische Hürden zu überwinden und die Betreiber mitzunehmen.






