25 March 2026, 14:31

NDR entlässt Moderatorin Julia Ruhs nach Streit um politische Haltung

Schwarze-Weiß-Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Überschrift 'Weitpreubliche Zeitung', die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Tracht in einer feierlichen Atmosphäre zeigt.

NDR entlässt Moderatorin Julia Ruhs nach Streit um politische Haltung

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat die Moderatorin Julia Ruhs aus seiner Reportagereihe "Klar" abberufen. Die Entscheidung folgt internen Diskussionen unter Redakteuren über ihre politischen Ansichten, die sie selbst als "konservativ-liberal" bezeichnet. Ruhs äußerte sich selbst zum Streit und nannte die Darstellung der Satiresendung "heute show" zwar "etwas gemein, aber sehr witzig".

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Auslöser der Debatte war die Entscheidung des NDR, Ruhs als alleinige Moderatorin von "Klar" zu ersetzen. Die Journalistin Tanit Koch übernimmt nun die ursprünglich für Ruhs vorgesehenen Folgen, während diese weiterhin als Moderatorin für die bayerische Version des Formats beim Bayerischen Rundfunk (BR) tätig bleibt.

In einem Beitrag der ZDF-"heute show" wurden NDR-Redakteure bei der Diskussion über ihre Entscheidung gezeigt. Moderator Oliver Welke kritisierte den Schritt und argumentierte, "wir müssen alle mehr aushalten können". Zudem spielte er ein Interview ein, in dem Ruhs erwähnte, "dass selbst einige meiner Freunde recht konservative Positionen vertreten".

Der Komiker Christoph Bosetti verteidigte hingegen die NDR-Entscheidung und bezeichnete die Kritik als "Populismus und schlechten Journalismus". Ruhs, die innerhalb von nur drei Jahren vom BR-Freiwilligendienst zur Moderatorin aufstieg, hatte zuvor auf X (ehemals Twitter) geschrieben, die "heute show" habe "das, was letzte Woche bei der ARD passiert ist, auf humorvolle Weise zusammengefasst".

Ruhs bleibt zwar beim BR, wird aber künftig nicht mehr für den NDR moderieren. Der Konflikt zeigt die Spannungen um politische Neutralität im öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf. Der NDR gab keine weiteren Details zu den internen Beratungen bekannt, die zur Änderung führten.

Quelle