Natürliche Infrastruktur soll als kritisch eingestuft werden – warum das überfällig ist
Wibke WeitzelNatürliche Infrastruktur soll als kritisch eingestuft werden – warum das überfällig ist
Neuer Bericht fordert Einstufung natürlicher Infrastruktur als kritisch
Flüsse, Wälder und Moore sollen künftig denselben Schutz genießen wie Straßen, Schienennetze und Energiesysteme. Mit der Neuklassifizierung natürlicher Infrastruktur als kritisch sollen schwere Folgen wie Versorgungsengpässe durch Ausfälle verhindert werden.
Bisher umfasst kritische Infrastruktur vor allem vom Menschen geschaffene Systeme. Doch wie ein Expertengremium betont, wirken Ökosysteme ebenfalls als lebenswichtige Puffer gegen Hitzewellen, Pandemien und Extremereignisse. Sie bilden die natürliche Lebensgrundlage und stärken die Sicherheit von Gemeinden.
Zu den Empfehlungen gehören eine bundesweite Erfassung zentraler Naturräume sowie der Aufbau von Frühwarnsystemen für die Degradation von Ökosystemen. Die Entwicklungspolitik soll den Schutz natürlicher Lebensräume vorantreiben – mit lokaler Führung an vorderster Front.
Der Bericht plädiert zudem für Investitionen in erneuerbare Energien und den öffentlichen Nahverkehr. Der Umstieg auf Solar- und Windenergie werde nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll sein: Er senke Emissionen und erhöhe die Energieautonomie.
Auch in der militärischen Ausbildung solle das Bewusstsein für Umweltrisiken gestärkt werden. Dem Nationalen Sicherheitsrat wird geraten, den Schutz natürlicher Infrastruktur zur Priorität zu erklären. Kürzungen bei Klimaprojekten würden hingegen Initiativen schwächen, die die lokale Sicherheit verbessern.
Natürliche Infrastruktur würde damit denselben Status erhalten wie klassische kritische Systeme. Die Maßnahmen zielen darauf ab, Ökosysteme und die von ihnen abhängigen Gemeinden zu schützen – und so Risiken durch Extremereignisse oder Lieferkettenstörungen zu verringern.
