Mitteldeutschland-Bahn: Zwei Milliarden Euro fehlen – Projekt droht zu scheitern
Karl-Peter MöchlichenMitteldeutschland-Bahn: Zwei Milliarden Euro fehlen – Projekt droht zu scheitern
Ausbau der Mitteldeutschland-Bahnverbindung scheitert an massiver Finanzierungslücke
Die Pläne zum Ausbau der wichtigen Schienenverbindung in Mitteldeutschland haben eine erhebliche Finanzierungshürde zu überwinden. Das Vorhaben, das die Anbindung zwischen Sachsen, Thüringen und Westdeutschland verbessern soll, steht nun vor einem Fehlbetrag von zwei Milliarden Euro. Politiker in Thüringen fordern dringend bundesweite Maßnahmen, um das Projekt wieder auf Kurs zu bringen.
Die BSW-Landtagsfraktion in Thüringen drängt auf eine zügigere Umsetzung der Mitteldeutschland-Bahnverbindung. Roberto Kobelt, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, betonte ihre Bedeutung als eine der zentralen Verkehrsachsen Thüringens. Er unterstrich die Notwendigkeit, die Strecke zwischen Weimar, Jena, Gera und Gößnitz zu elektrifizieren und teilweise zweigleisig auszubauen.
Ursprünglich sollte der Bau noch in diesem Jahr beginnen, doch nun wurde der Start auf 2028 verschoben. Die vollständige Elektrifizierung, die schnellere Fernverbindungen von Chemnitz und Dresden in die Rhein-Main-Region und das Ruhrgebiet ermöglichen würde, wird voraussichtlich erst 2032 abgeschlossen sein. Der Rückschlag kommt, nachdem das Bundesverkehrsministerium bestätigt hat, dass derzeit keine Haushaltsmittel für das Projekt zur Verfügung stehen.
Alleine der Abschnitt Weimar–Gera–Gößnitz verursacht geschätzte Kosten von 544 Millionen Euro. Da bis 2029 bei mehreren Schienenprojekten insgesamt zwei Milliarden Euro fehlen, fordert die Fraktion verstärkte Bundesförderung, um voranzukommen.
Durch den verschobenen Baubeginn und die Finanzierungslücke wird sich die Fertigstellung der Mitteldeutschland-Bahnverbindung um Jahre verzögern. Ohne zusätzliche Bundesmittel bleiben Elektrifizierung und Ausbau vorerst blockiert. Ob das Projekt bis 2032 abgeschlossen werden kann, hängt davon ab, ob in den kommenden Jahren die fehlenden Milliarden beschafft werden.






