19 March 2026, 16:36

Milliarden-Skandal: Wie der Infrastruktur-Sonderfonds der Regierung versagte

Eine Gruppe von Menschen in Masken, die ein Transparent mit der Aufschrift "Aufbruchsklima" vor einem Gebäude mit Bäumen und einem klaren Himmel halten.

Milliarden-Skandal: Wie der Infrastruktur-Sonderfonds der Regierung versagte

Ein Sondervermögen der Bundesregierung, das eigentlich für Infrastruktur- und Klimaprojekte gedacht war, ist durch schwerwiegendes Missmanagement in die Kritik geraten. Milliarden an Krediten flossen in laufende Ausgaben statt in neue Investitionen. Kritiker fragen nun, wie das Geld verteilt wurde – und warum zentrale Verkehrsprojekte weiterhin ohne Finanzierung dastehen.

Die deutsche Regierung hatte den Sonderfonds eingerichtet, um Infrastruktur und Klimaneutralität voranzutreiben. Doch bis 2024 blieb das meiste Geld ungenutzt oder wurde umgeschichtet. Das Ifo-Institut stellte fest, dass 95 Prozent der Mittel nicht in neue Infrastruktur flossen, während das Deutsche Wirtschaftsinstitut die Quote auf 86 Prozent bezifferte.

Ein zentrales Problem betraf vier Milliarden Euro, die für "sofortige Transformationskosten in Krankenhäusern" vorgesehen waren. Untersuchungen zeigten, dass es sich dabei schlicht um nachträgliche Zuschüsse für Betriebskosten handelte. Weitere 20 Milliarden Euro an Krediten wurden für Projekte verwendet, die ohnehin schon im Haushalt standen – nicht für neue Vorhaben.

Finanzminister Lars Klingbeil versuchte, die Definition von "zusätzlichen" Ausgaben neu zu fassen. Diese Änderung ermöglichte es, Gelder von ihrem ursprünglichen Zweck umzuwidmen. So wurden etwa Mittel für die Bahninstandhaltung aus dem Kernhaushalt in den Sonderfonds verschoben – was den Anschein neuer Investitionen erweckte.

Trotz des Fonds fehlt es nach wie vor an Finanzierung für dringende Bahnprojekte. Eine Anfrage der Grünen aus dem Jahr 2024 identifizierte 61 baureife Schienenvorhaben, darunter die Mitteldeutschland-Verbindung, die ohne gesicherte Mittel bleiben. Gleichzeitig zeigt der Verkehrshaushalt 2025 eine Investitionsquote von nur noch 8,7 Prozent – ein Rückgang gegenüber 10,8 Prozent im Vorjahr.

Paula Piechotta, Grünen-Abgeordnete, Ärztin und Berichterstatterin des Haushaltsausschusses für Verkehr, übt scharfe Kritik. Sie argumentiert, dass das Scheitern des Fonds bei der Förderung priorisierter Projekte tiefgreifende Haushaltsmängel offenlege.

Der Sonderfonds sollte eigentlich Klimaschutz und Infrastruktur beschleunigen. Stattdessen wurden große Teile des Geldes für alte Ausgaben verwendet oder blieben ungenutzt. Mit stockenden Bahnprojekten und sinkenden Investitionsquoten gefährdet das Missmanagement die langfristigen Verkehrs- und Klimaziele.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle