29 March 2026, 16:33

Merz fordert Verzögerung des Kohleausstiegs – und löst Streit mit den Grünen aus

Protestierende halten ein "Fuck You Coal"-Schild vor dem Reichstag in Berlin, mit Bäumen, einer Flagge und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Merz fordert Verzögerung des Kohleausstiegs – und löst Streit mit den Grünen aus

Bundeskanzler Friedrich Merz hat eine Verschiebung des geplanten Kohleausstiegs Deutschlands vorgeschlagen und dabei mögliche Energieengpässe als Begründung angeführt. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Lausitz einen tiefgreifenden Wandel von der Braunkohleförderung durchläuft. Der Vorstoß stößt bereits auf Widerstand der Grünen, die auf die Einhaltung des ursprünglichen Zeitplans pochen.

Deutschland hatte beschlossen, bis 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen, wobei Milliarden an Bundesmitteln für den Strukturwandel in den betroffenen Regionen bereitgestellt wurden. Die Lausitz, ein zentrales Abbaugebiet, sollte rund 6,9 Milliarden Euro aus einem insgesamt 40 Milliarden Euro schweren Paket für vier Bundesländer erhalten. Der Energiekonzern LEAG, der in der Region tätig ist, hatte zudem im Rahmen des Ausstiegsabkommens 1,75 Milliarden Euro als Ausgleich zugesichert erhalten.

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Merz argumentierte, dass bestehende Kohlekraftwerke möglicherweise länger in Betrieb bleiben müssten als vorgesehen. Zudem forderte er einen beschleunigten Bau von Gaskraftwerken, um die Energieversorgung zu sichern. Seine Aussagen könnten den Kohleausstieg verzögern und sorgen bei Umweltschützern für Besorgnis.

Die Grünen reagierten mit einem Appell an Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD), jede Verzögerung abzulehnen. Sie betonten die Notwendigkeit verlässlicher Arbeitsschutzregelungen und laufender Investitionen in erneuerbare Energien. Unterdessen treibt LEAG den Ausbau von Wind- und Solarprojekten in der Lausitz voran, während die Region sich von der Kohle abwendet.

Merz' Vorschlag bringt Unsicherheit in die deutsche Energiewende. Sollte er umgesetzt werden, könnte dies den Betrieb von Kohlekraftwerken verlängern und den Zeitplan für den wirtschaftlichen Umbau der Lausitz verändern. Die Debatte dreht sich nun darum, wie sich Versorgungssicherheit, Klimaziele und regionale Entwicklung in Einklang bringen lassen.

Quelle