Mehrwertsteuer-Erhöhung löst scharfe Kritik aus – Merz hält Option offen
Wibke WeitzelMehrwertsteuer-Erhöhung löst scharfe Kritik aus – Merz hält Option offen
Eine mögliche Erhöhung der Mehrwertsteuer hat in Deutschland scharfe Kritik von politischen Spitzenvertretern ausgelöst. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ließ die Idee am Mittwoch während der Regierungsbefragung jedoch nicht grundsätzlich ausschließen. Doch mehrere Ministerpräsidenten lehnten den Vorschlag bereits kategorisch ab.
Merz wies im Parlament die Frage nach einer möglichen Anhebung der Mehrwertsteuer nicht zurück. Stattdessen betonte er, das vorrangige Ziel der Regierung sei es, die finanzielle Belastung für Bürger und Unternehmen zu verringern. Er deutete sogar an, dass der derzeitige ermäßigte Steuersatz weiter gesenkt werden könnte.
Unterdessen meldeten sich Landesregierungschefs prompt mit ablehnenden Stellungnahmen zu Wort. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nannte eine Erhöhung der Mehrwertsteuer "genau das Falsche, was wir jetzt brauchen". Sein thüringischer Amtskollege Mario Voigt (CDU) argumentierte, ein solcher Schritt würde die normale Bevölkerung unzumutbar belasten.
Auch die SPD positionierte sich klar dagegen. Steffen Krach, Spitzenkandidat der Partei für das Amt des regierenden Bürgermeisters von Berlin, warnte, eine Mehrwertsteuererhöhung würde einkommensschwache und mittlere Haushalte besonders hart treffen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ging noch weiter und erklärte, eine Anhebung der Mehrwertsteuer dürfe "unter keinen Umständen" erfolgen.
Die Debatte um mögliche Änderungen der Mehrwertsteuer entzündet sich vor dem Hintergrund der aktuellen Überlegungen der Bundesregierung, wie die öffentlichen Finanzen konsolidiert werden können. Während Merz Optionen offenhält, deutet der Widerstand sowohl aus den Reihen der CDU- als auch der SPD-geführten Länder darauf hin, dass eine Erhöhung auf erhebliche Hindernisse stoßen würde. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Entlastung der Bürger – nicht eine zusätzliche Belastung.






