Mainzer "Bettensteuer" spaltet Tourismusbranche und Stadtverwaltung
Sami RöhrichtMainzer "Bettensteuer" spaltet Tourismusbranche und Stadtverwaltung
Die Stadt Mainz hat eine neue "Beherbergungsabgabe" vorgeschlagen, was auf scharfe Kritik bei Vertretern des lokalen Tourismus stößt. Der Tourismusfonds, eine wichtige Branchenvereinigung, wirft der Stadt vor, frühere Zusagen gebrochen zu haben und damit Betriebe zusätzlich zu belasten, die ohnehin schon unter Druck stehen.
In Gesprächen zwischen dem Tourismusfonds und Oberbürgermeister Nino Haase war zuvor ein Modell einer "Besucherumlage" diskutiert worden. Dieses sah vor, die eingenommenen Mittel direkt in die Förderung des Tourismus zu reinvestieren. Die Vereinigung wirft der Stadt nun vor, diesen Plan ohne Absprache aufgegeben zu haben.
Die geplante Abgabe, umgangssprachlich auch "Bettensteuer" genannt, unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt vom vereinbarten Modell: Die Einnahmen fließen nicht zweckgebunden in den Tourismus zurück. Vorstandsmitglied Julia Barth warnte, die Branche stehe bereits vor großen Herausforderungen, und viele Unternehmen kämpften mit finanziellen Engpässen. Ein weiterer Direktor, Lutz Frey, bezeichnete den Beschluss der Stadt als Vertrauensbruch.
Kritiker argumentieren, dass die neue Gebühr Hotels und Pensionen mit zusätzlichen Kosten belasten werde. Der Tourismusfonds betont, die Abgabe gefährde Arbeitsplätze und könnte Gäste abschrecken – und so die Erholung der Branche untergraben.
Der Streit entzweit den Tourismusfonds und die Stadt in der Frage, wie lokale Dienstleistungen finanziert werden sollen. Ohne zweckgebundene Einnahmen könnte die Abgabe die Tourismusbetriebe allein mit der Last belassen. Die Vereinigung fordert dringend neue Gespräche, um den Vorschlag zu überdenken.






