Mainz und Wiesbaden streichen das Kurzstreckenticket – für immer
Mainz und Wiesbaden schaffen das Kurzstreckenticket dauerhaft ab
Die Entscheidung folgt einem deutlichen Rückgang der Nachfrage und dem Erfolg des Deutschlandtickets, das im Mai 2023 eingeführt wurde. Als Hauptgründe für die Abschaffung nennen die Verantwortlichen steigende Kosten und die geringe Nutzung.
Der Verkauf des Kurzstreckentickets ist in den vergangenen Jahren stark eingebrochen. Bei den Erwachsenentickets sank die Zahl von etwa 391.000 im Jahr 2019 auf nur noch 65.000 im Jahr 2025 – ein Rückgang um 83 Prozent. Kinderfahrkarten verzeichneten sogar einen noch stärkeren Einbruch: Hier betrug der Rückgang im gleichen Zeitraum 88 Prozent.
Die Einführung des Deutschlandtickets im Jahr 2023 spielte eine zentrale Rolle für die Abschaffung des Kurzstreckentickets. Die monatliche Flatrate machte kurze Fahrten weniger attraktiv, während sie gleichzeitig die Gesamtzahl der Fahrgäste erhöhte. Gleichzeitig verringerte sich der Preisunterschied zwischen Einzelkurzstreckenfahrten und Mehrfahrtenkarten, was den Nutzen des Tickets für die Fahrgäste weiter schmälerte.
Die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) verwies zudem auf den zunehmenden Aufwand für Verwaltung, Kontrolle und Erklärung des Kurzstreckentarifs. Da die administrativen und technischen Kosten stiegen, stand der Nutzen in keinem Verhältnis mehr zum Aufwand. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) hatte zuvor Bedenken gegen den Schritt geäußert, doch die Behörden bestätigten, dass es keine Pläne für eine Wiedereinführung einer ähnlichen Option gebe.
Die MVG erwartet keine spürbaren Auswirkungen auf die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs durch die Abschaffung. Die Maßnahme steht im Einklang mit dem allgemeinen Bestreben, Tarifstrukturen zu vereinfachen und langfristige Fahrkartenmodelle zu fördern.
Das Kurzstreckenticket wird in Mainz und Wiesbaden nicht zurückkehren. Seine Abschaffung spiegelt sowohl veränderte Fahrgewohnheiten als auch die Vorherrschaft des Deutschlandtickets wider. Verkehrsbetriebe setzen nun auf vereinfachte Preismodelle und eine Steigerung der Fahrgastzahlen durch Monatskarten.






