Mainz ringt um Lösungen: 7.100 Wohnungen fehlen 2024 im angespannten Markt
Karl-Peter MöchlichenMainz ringt um Lösungen: 7.100 Wohnungen fehlen 2024 im angespannten Markt
Mainz kämpft mit verschärfter Wohnungsnot – 7.100 fehlende Wohnungen im Jahr 2024
Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz steckt in einer sich zuspitzenden Wohnungs krise: Für 2024 wird ein Fehlbestand von 7.100 Wohnungen prognostiziert. Steigende Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot hat in den vergangenen zehn Jahren Mieten und Immobilienpreise stark in die Höhe getrieben. Nun will die Stadt mit dringenden Maßnahmen die Belastung für Mieter:innen und den Wohnungsmarkt lindern.
Die Wohnungsnot in Mainz hat sich in den letzten Jahren deutlich verschärft. Seit 2015 sind die Mieten um 40 Prozent gestiegen, die durchschnittliche Kaltmiete liegt mittlerweile bei 14 Euro pro Quadratmeter. Auch der Kauf von Wohneigentum ist deutlich teurer geworden: Die Preise für Eigentumswohnungen kletterten im selben Zeitraum um 48 Prozent und erreichen 2024 einen Durchschnittswert von 4.030 Euro pro Quadratmeter.
Fast 70 Prozent des Mainzer Wohnungsbestands entfallen auf Mietwohnungen, davon werden etwas mehr als 10 Prozent von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft verwaltet. Private Vermieter:innen besitzen 43,7 Prozent des Gesamtbestands – für potenzielle Käufer:innen bleibt damit kaum Spielraum. Die Leerstandsquote ist mit 2,9 Prozent insgesamt und nur 1,4 Prozent bei Mehrfamilienhäusern extrem niedrig.
Um die Krise einzudämmen, hat Mainz die Kaufpreise für potenzielle Baugrundstücke eingefroren, um weitere Preissprünge zu verhindern. Zudem wurden elf Gebiete für künftige Neubauten ausgewiesen, die Platz für 1.850 bis 3.300 zusätzliche Wohnungen bieten könnten. Aktuell unterliegen 6.417 Wohnungen Miet- und Belegungsbindungen; die Stadt plant, diese Zahl durch Neubauten und Ankäufe weiter auszubauen.
Doch die Lage wird sich voraussichtlich weiter verschärfen: Bis 2035 rechnet Mainz mit einem Zuwachs von 4.000 zusätzlichen Haushalten, was den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt noch stärker belasten dürfte.
Die Wohnungsnot in Mainz zeigt keine Anzeichen einer Entspannung – im Gegenteil: Mieten und Immobilienpreise steigen weiter steil an. Zwar sollen neue Bauprojekte und Preiskontrollen für Entlastung sorgen, doch mit dem Bevölkerungswachstum wird auch die Nachfrage weiter steigen. Ohne zusätzliche Maßnahmen droht die Schere zwischen Angebot und Bedarf noch weiter auseinanderzuklaffen.






