Lissabons CSD 2026: Tausende protestieren gegen drohenden Rechtsruck und für LGBTI+-Rechte
Trudel RuppersbergerLissabons CSD 2026: Tausende protestieren gegen drohenden Rechtsruck und für LGBTI+-Rechte
Lissabons 27. CSD: Tausende demonstrieren unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“
Am Samstag startete um 17 Uhr vom Praça Marquês de Pombal aus der 27. LGBTI+-Pride-Marsch Lissabons. Die Veranstaltung, die unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“ stand, zog Tausende an, die gegen die wachsenden Bedrohungen lang erkämpfter Rechte protestierten. Die Organisator:innen warnten, dass jüngste politische Verschiebungen die Community und ihre Verbündeten zunehmend gefährdeten.
Rund 50.000 Menschen nahmen am Marsch teil – eine Teilnehmerzahl, die den Werten der Jahre 2024 und 2025 entspricht. Die Demonstration vereinte 17 LGBTI+-, feministische und antirassistische Gruppen, die gemeinsam für Gleichberechtigung eintraten. Helder Bértolo, einer der Organisator:innen, prognostizierte für 2026 noch größere Teilnehmerzahlen und führte als Grund die zunehmende Feindseligkeit gegenüber LGBTQI+-Rechten an.
Rechtlicher Rückschritt droht Das 2018 verabschiedete Gesetz 38, das Geschlechtsidentität und -ausdruck schützt, könnte aufgehoben werden. Diese drohende Abschaffung hat unter Aktivist:innen Ängste geschürt. Joana Mortágua vom Linksblock (Bloco de Esquerda) äußerte ihre Enttäuschung und betonte, dass der Marsch diesmal in einem Umfeld stattfinde, in dem Rechte systematisch abgebaut würden.
Der Abgeordnete Paulo Muacho von der Partei Livre rief die Bevölkerung zur Teilnahme an Pride-Veranstaltungen auf. Er verwies auf eine zunehmend radikalisierte Rechte, die LGBT-Personen gezielt angreife. Auch das Organisationskomitee des Pride-Marsches teilte diese Sorgen und beschrieb ein politisches Klima, das LGBTQI+-Menschen und ihre Familien in Gefahr bringe.
Feier und Widerstand zugleich Der Marsch war zugleich eine Feier und ein Protest – ein Zeichen der Solidarität unter den Teilnehmenden. Angesichts der Angriffe auf ihre Rechte machten Organisator:innen und Demonstrant:innen deutlich, dass sie sich nicht einschüchtern lassen werden. Die Botschaft der Veranstaltung – „Kein Schweigen, keine Angst“ – stand für eine Community, die sich nicht unterkriegen lässt.






