Lia Rodrigues erhält Katholischen Kunstpreis für Tanz als sozialen Widerstand
Trudel RuppersbergerLia Rodrigues erhält Katholischen Kunstpreis für Tanz als sozialen Widerstand
Die brasilianische Choreografin und Sozialarbeiterin Lia Rodrigues ist mit dem Katholischen Kunst- und Kulturpreis Deutschland ausgezeichnet worden, der mit 25.000 Euro dotiert ist. Die 65-Jährige erhielt die Ehrung am 28. September 2021 in Solingen für ihr lebenslanges Engagement im Tanz und für soziale Gerechtigkeit. Die Verleihung fand in der Pina-Bausch-Halle statt und würdigte insbesondere ihre Arbeit in benachteiligten Gemeinschaften.
2004 verlegte Rodrigues ihre Tanzcompagnie in eine Favela in Rio de Janeiro. Dort schuf sie Aufführungen, die sich mit den Kämpfen der lokalen Bevölkerung auseinandersetzen – überzeugt davon, dass Kultur allen gehören sollte, nicht nur einer privilegierten Minderheit. Ihr Ansatz verbindet Kunst mit Aktivismus und nutzt Bewegung als Mittel, um Ungleichheit herauszufordern.
Der Preis, der seit 1990 alle zwei bis vier Jahre vergeben wird, wurde von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) überreicht. Bischof Dr. Georg Bätzing hob Rodrigues’ Mut hervor, Tanz als Form des Widerstands einzusetzen. Auch Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle, würdigte während der Veranstaltung ihr soziales Engagement.
Rodrigues fordert seit Langem von der katholischen Kirche, eine inklusivere Rolle einzunehmen. Sie plädiert dafür, dass die Kirche zu einer „zuhörenden Kirche“ wird – einer, die sich den Stimmen der Armen und Benachteiligten öffnet.
Die Auszeichnung ehrt Rodrigues’ jahrzehntelanges Wirken an der Schnittstelle von Kunst und gesellschaftlichem Wandel. Ihre Compagnie bleibt in der Favela ansässig, wo sie weiterhin Stücke entwickelt, die ungehörte Geschichten sichtbar machen. Das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro wird ihre laufenden Projekte in Rio de Janeiro unterstützen.






