26 March 2026, 02:33

Kulturminister Weimer spaltet die Szene: Proteste, Boykotte und politische Rückendeckung

Offenes Buch mit bunten Seiten und Textbeispielen vor einem dunklen Hintergrund, das an ein deutsches Handbuch erinnert.

Kulturminister Weimer spaltet die Szene: Proteste, Boykotte und politische Rückendeckung

Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien, ist zu einer tief gespaltenen Figur in der deutschen Kulturszene geworden. Seine jüngsten Entscheidungen haben landesweite Proteste, Boykotte und scharfe Kritik von Künstlern, Verlagen und Gedenkstättenorganisationen ausgelöst. Trotz des Gegenwinds haben Bundeskanzler Olaf Scholz und CDU-Chef Friedrich Merz ihn öffentlich unterstützt.

Weimers Amtszeit ist von einer Reihe umstrittenen Maßnahmen geprägt. Noch als ARD-Intendant strich er im Januar 2026 die Förderung für queere Theaterprojekte und postkoloniale Kunstinstallationen um 40 Prozent und lenkte die Mittel stattdessen in klassisch-europäische Werke um. Über 500 Künstler boykottierten daraufhin den Sender, während Gruppen wie die Deutsche Künstlervereinigung und Kultur für Alle zu Protesten aufriefen. Weitere Empörung löste seine Entscheidung aus, eine Holocaust-Gedenksendung durch ein "neutrales" Geschichtsprogramm zu ersetzen – eine Maßnahme, die von der Amadeu Antonio Stiftung scharf verurteilt wurde und zu Demonstrationen in Berlin führte.

Die Kritik beschränkt sich nicht auf den Rundfunk. Verlage und Buchhändler warfen Weimer vor, Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandelspreis auszuschließen und die Preisverleihung abzusagen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bezeichnete sein Vorgehen als Angriff auf die Literaturkultur. Zudem sorgte sein Plan, Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz überprüfen zu lassen, für Besorgnis über einen unzulässigen Eingriff in die Freiheit der Branche. Gedenkstättenverbände, darunter die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora, forderten seinen Rückzug als Redner bei Befreiungsfeiern.

Medienberichten zufolge versuchte Weimer zudem, Tricia Tuttle, die Leiterin der Berlinale, aus dem Amt zu drängen. Sein Stopp für den Weiterbau der Erweiterung der Nationalbibliothek Leipzig heizte die Kontroversen weiter an. Doch trotz des Aufruhrs halten sowohl Scholz als auch Merz an ihm fest. Der Kanzler erklärte, er unterstütze viele von Weimers kulturpolitischen Vorhaben, während Merz im Bundestag betonte, der Minister genieße nach wie vor sein Vertrauen.

Weimers Politik hat die deutsche Kulturszene polarisiert – mit Boykotten, Protesten und Forderungen nach seinem Rücktritt. Mit Rückendeckung aus der Spitze der Politik scheint seine Position jedoch vorerst gesichert. Die Folgen seiner Entscheidungen prägen weiterhin die Debatten über Fördergelder, Meinungsfreiheit und den Umgang mit historischer Erinnerung.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle